Rüsselsheim (dapd). Opel wird sein Erfolgsauto Astra künftig nicht mehr in Deutschland bauen. Das wichtigste Modell des kriselnden Autoherstellers wird von 2015 an aus dem Stammwerk Rüsselsheim abgezogen und nur noch im britischen Ellesmere Port und im polnischen Gliwice vom Band laufen, wie Opel am Donnerstag mitteilte. Der Standort Rüsselsheim soll aber auch nach Auslauf des aktuellen Astra voll ausgelastet werden. Konkrete Angaben zur Zukunft des Werks in Bochum machte Opel nicht.
Zuvor hatten die Beschäftigten im Werk der Opel-Schwestermarke Vauxhall in Ellesmere Port bei Liverpool einem neuen Tarifvertrag mit Lohnverzicht zugestimmt. Damit war der Weg frei für die Vergabe der neuen Astra-Produktion nach Großbritannien. Dort sollten 700 neue Stellen entstehen, erklärte Opel.
Ellesmere Port und Gliwice würden "die Eckpfeiler unserer Produktion in Europa", sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke. Dafür will der US-Mutterkonzern General Motors (GM) insgesamt 300 Millionen Euro in beide Werke investieren.
Gespräche über Werk Rüsselsheim
In Rüsselsheim werde die Produktion des Astra nach dem Auslaufen des jetzigen Modells nicht fortgesetzt, erklärte Opel. Dennoch sei beabsichtigt, das Stammwerk weiter voll auszulasten. "Ein wettbewerbsfähiges Werk Rüsselsheim spielt eine wichtige Rolle in unserer Wachstumsstrategie", sagte Stracke.
Über die notwendigen Maßnahmen zur Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit will die Firmenleitung nun mit den Arbeitnehmervertretern reden. Offen ist, ob dafür Zugeständnisse der Belegschaft wie in Ellesmere Port nötig sind. Details wolle Opel derzeit noch nicht öffentlich diskutieren, sagte Firmensprecher Stefan Weinmann. "Ich möchte den Gesprächen nicht vorgreifen", erklärte er.
Was das Astra-Aus in Rüsselsheim für die gut 3.000 Beschäftigten im Opel-Werk Bochum bedeutet, bleibt unklar. Die Entscheidung zur Verlagerung der Astra-Produktion ins Ausland bedeute für Bochum zunächst nichts, sagte Weinmann. Das Werk sei mit dem neuen Zafira gut ausgelastet. Am kommenden Montag wolle Opel-Chef Stracke an einer Belegschaftsversammlung in Bochum teilnehmen.
GM fährt mit seinem Europa-Geschäft seit Jahren hohe Verluste ein. Der US-Konzern plant daher einen harten Sanierungskurs, dem auch Werke geopfert werden könnten.
dapd


