Karachi (dapd). Eigentlich ist Qasim Khan ja kleinere Fische gewohnt. Als er aber hörte, dass vor der Küste Karachis ein toter Walhai von sagenhaften 12 Metern Größe angeschwemmt wurde, griff er beherzt zu. Ganze 200.000 Rupien legte der Fischhändler für den 20 Tonnen schweren Kadaverkoloss auf den Tisch. Seitdem Khan jedoch auf die einträgliche Geschäftsidee kam, seinen Landsleuten seinen Fund gegen Entgelt zu zeigen, hatte er am Donnerstag Ärger mit der Polizei.
Dabei klingelte die Kasse am Vortag noch so schön: Für 20 Rupien (rund 0,17 Eurocents) pro Nase drängten sich mehrere tausend Schaulustige beim Hafen um ein Stoffzelt, unter dem Khan seinen Walhai ausgestellt hatte. Tausende Hände wanderten über das massige Tier. Selbst der zunehmend beißende Verwesungsgeruch hielt Familien nicht davon ab, Schnappschüsse von dem Kadaver zu machen.
Katz-und-Maus-Spiel um Riesenhai
Schließlich griff die Polizei ein. Der Grund: Fischereibehörden hatten entschieden, dass sich die Leute den Hai kostenlos anschauen sollten. Mit Khan war das aber nicht zu machen. Er widersetzte sich der Ansage und versteckte seinen Walhai unter einer riesigen grünen Plane.
Lesen Sie auch: Antarktis: Russen stoßen in seit 15 Millionen Jahren isoliertes Gewässer vor
Was dann passierte, gleicht einem schon fast komödienreifen Katz-und-Maus-Spiel. Wann immer die Ordnungshüter dem Geschäftsmann befahlen, den Stoff zu entfernen, beugte er sich dem Diktat - aber nur kurz. Wenig später lag eine neue Plane über dem Tier. Und das Ganze fing wieder von vorne an.
Polizeiinspektor Mohammad Aslam findet das überhaupt nicht lustig. "Wir wurden angewiesen, dafür zu sorgen, dass die Leute diesen seltenen Fisch zu sehen bekommen. Aber dieser Mann lässt das einfach nicht zu", schimpft er. Khan hält dagegen, dass er immerhin 200.000 Rupien dafür bezahlt habe. "Um die Kosten wieder hereinzuholen, verlange ich doch nur 20 Rupien pro Ticket. Aber die Behörden haben mich um dieses Vermögen gebracht", klagt er.
Dass sich Khan in der Tat eine goldene Nase verdienen könnte, lässt allein schon das große Medienecho erahnen, das der dicke Fang von Karachi auslöste. So titelte eine örtliche Zeitung sogar: "Alles 'Wal' oder was: Moby Dick kommt noch vor dem Literaturfestival von Karachi in die Stadt."
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Usman Zada stört sich etwa daran, dass einige Leute auf dem Hai herumklettern. "Das ist eine blanke Respektlosigkeit gegenüber Tieren", empört sich die 20-Jährige. Für die neunjährige Fizza Umar ist das Ganze aber ein großer Spaß. "Er war so riesig", staunt das Mädchen. "Ich wünschte, ich könnte ihn mit nach Hause nehmen."
Bildergalerie: Riesen-Walhai in Pakistan gefangen
© 2012 AP. All rights reserved


17 Kommentare