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    Parfümschöpfer Guerlain wegen Rassismus-Vorwurfs vor Gericht

    75-Jähriger entschuldigt sich bei Schwarzen für "Dummheit"

    Wegen des Vorwurfs einer rassistischen Äußerung gegenüber Schwarzen hat sich der französische Parfümschöpfer Jean-Paul Guerlain am Donnerstag vor einem Pariser Strafgericht verantworten müssen. "Ich entschuldige mich für diese Dummheit", sagte der 75-Jährige, der mit zwei Krücken im Gerichtssaal erschienen war.

    Der Parfümschöpfer hatte im Oktober 2010 in einem Fernsehinterview gesagt: "Ausnahmsweise habe ich mal wie ein Neger geschuftet. Ich weiß nicht, ob die Neger immer so gearbeitet haben, aber gut..." Der erste Teil der Äußerung sei in seiner Jugend ein gängiger Ausdruck gewesen, rechtfertigte sich Guerlain vor Gericht. "Ich stamme aus einer anderen Generation", ergänzte der Angeklagte, der im hellbraunen Dreiteiler vor Gericht erschien. "Der andere Teil der Äußerung war eine Dummheit meinerseits".

    Er sei absolut nicht rassistisch, versicherte der 75-Jährige, "ganz im Gegenteil". Die Hälfte seines Lebens habe er in Afrika verbracht, um die nötigen Inhaltsstoffe für seine Parfüms zu kaufen.

    Bereits nach dem Fernsehinterview hatte Guerlain von einer "unpassenden Entgleisung" gesprochen. Dennoch demonstrierten mehrere Anti-Rassismusorganisationen vor den Guerlain-Läden und forderten einen Boykott der Produkte. Mehrere Organisationen sprachen am Donnerstag von "gewöhnlichem Rassismus", der auf Klischees aus der Kolonialzeit zurückgreife. "Wir verurteilen nicht ihn direkt, sondern diese unbewusste Schwarzenfeindlichkeit", sagte ein Vertreter der Schwarzen Bürgerallianz (ANC).

    Dem Parfümschöpfer drohen sechs Monate Haft und eine Geldbuße von 22.500 Euro. Der britische Modemacher John Galliano war wegen anti-semitischer Ausfälle im September von einem Pariser Gericht zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt worden war.

    Guerlain war der letzte Eigentümer und Chefparfümeur des gleichnamigen Unternehmens, das 1994 an den Luxuskonzern LVMH verkauft wurde. "Die Nase", wie er auch genannt wurde, zog sich vor zehn Jahren aus der Firma zurück. Danach arbeitete er weiter als Berater, nach seiner Äußerung im Fernsehen brach das Unternehmen aber die Zusammenarbeit ab.

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