In Frankreich ist ein Zusammenhang zwischen der Parkinson-Krankheit und der Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft offiziell anerkannt worden: Agrarminister Bruno Le Maire unterzeichnete ein am Donnerstag in Kraft getretenes Dekret, demzufolge Parkinson unter bestimmten Bedingungen als Berufskrankheit in der Landwirtschaft akzeptiert ist. Die Bauern oder landwirtschaftlichen Angestellten müssen demnach mindestens zehn Jahre lang den Pestiziden ausgesetzt gewesen sein und die Krankheit muss spätestens ein Jahr nach Ende der Verwendung ausgebrochen sein.
In Frankreich führen Landwirte seit längerem einen Kampf, um Vergiftungen durch Pestizide als Berufskrankheit anerkannt zu bekommen. Der Bauer Paul François hatte vor Gericht einen Sieg gegen den US-Agrarkonzern Monsanto errungen. Das Landgericht im südostfranzösischen Lyon sprach dem Landwirt Schadenersatz wegen Vergiftungserscheinungen durch ein Unkrautvernichtungsmittel zu. Der heute 47-Jährige hatte 2004 das Mittel Lasso ins Gesicht bekommen, als er den Tank seines Zerstäubers öffnete. François litt daraufhin fast ein Jahr lang an Schwindel, Kopfschmerzen und Muskelbeschwerden und konnte nicht arbeiten.


