Bagdad (dapd). Nach der Flucht des mit Haftbefehl gesuchten irakischen Vizepräsidenten Tarik al Haschemi in die halbautonome Kurdenregion hat Ministerpräsident Nuri al-Maliki nachdrücklich die Auslieferung des sunnitischen Politikers gefordert. Sollten die Kurden Al Haschemi nicht überstellen oder ihn fliehen lassen, "wird dies zu Problemen führen", sagte Al-Maliki am Mittwoch. Al Haschemi hat die Vorwürfe als erfunden und politisch motiviert zurückgewiesen.
Er hatte sich am Sonntag in die Kurdenregion abgesetzt. Am Montag war ein Haftbefehl gegen den Vizepräsidenten erlassen worden, weil er während des Sunnitenaufstands seine Leibwächter für Angriffe auf Regierungsmitarbeiter bezahlt haben soll. Die Anschuldigungen seien "konstruiert", sagte Al Haschemi am Dienstag auf einer Pressekonferenz.
Der ranghöchste sunnitische Politiker im Irak gilt als scharfer Kritiker und Rivale des schiitischen Ministerpräsidenten. Al Haschemis Parteienblock Irakija hatte erst am Samstag aus Protest seine Arbeit im Parlament ausgesetzt. Grund sei die Weigerung der schiitischen Regierung, die Macht zu teilen.
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