Angesichts der massiven Ausschreitungen in Großbritannien hat der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, vor ähnlichen Krawallen auch in Deutschland gewarnt. Auch hierzulande gebe es eine "hoch explosive Mischung", befürchtet Wendt. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sieht dagegen keine Anzeichen für Krawalle in Deutschland.
Die Ausschreitungen seien "das Ergebnis von krimineller Energie, Verachtung gegenüber dem Staat und sozialer Ausgrenzung einzelner Bevölkerungsschichten", sagte Wendt der "Bild". Diese "hoch explosive Mischung" sei auch in Deutschland vorhanden. Insbesondere in Großstädten wie Hamburg und Berlin könnten "aus nichtigen Anlässen rasch derartige Brennpunkte entstehen, die nur schwer in den Griff zu bekommen sind".
Dagegen sagte der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz der "Bild", er halte eine Eskalation wie in Großbritannien in Deutschland für "eher unwahrscheinlich". In Deutschland gebe es eine "bessere Absicherung für sozial Schwache und nicht so verarmte Stadtviertel wie Großbritannien". Allerdings zeigten Randale wie die am 1. Mai in Berlin und Hamburg, "was bei uns möglich ist", sagte Wiefelspütz weiter.
Ähnlich äußerte sich Friedrich. Die soziale Integration in Deutschland sei in den letzten Jahren sehr gut vorangekommen, sagte Friedrich der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Solche gesellschaftlichen Spannungen wie aktuell in England oder in anderen europäischen Ländern haben wir glücklicherweise derzeit nicht."
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sieht Berlin für den Fall von Ausschreitungen wie in Großbritannien gut gerüstet. Sollten in Berlin "ähnliche Krawalle wie in englischen Städten" auftreten, könnte Berlin "in kürzester Zeit durch Unterstützung der Bereitschaftspolizeien der anderen Bundesländer und des Bundes eine hohe Polizeidichte erlangen", sagte Körting der "Rheinischen Post".


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