Der positive Trend auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich im neuen Jahr fortgesetzt. Die Arbeitslosenquote ging im Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent zurück, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das Weiße Haus wertete die Zahlen als weiteren Beleg für die wirtschaftliche Erholung unter Präsident Barack Obama.
Die Zahl der geschaffenen Stellen stieg im vergangenen Monat deutlich stärker als erwartet: Die US-Wirtschaft schuf saisonbereinigt 243.000 Stellen mehr, als sie strich. Im Privatsektor entstanden sogar 257.000 neue Jobs, während der Staat weiter Arbeitsplätze abbaute. Experten hatten lediglich mit 155.000 zusätzlichen Stellen gerechnet.
Die US-Arbeitslosigkeit liegt derzeit auf dem niedrigsten Stand seit dem Amtsantritt von Obama vor drei Jahren. Im Januar ging die Arbeitslosenquote den fünften Monat in Folge zurück, im Vergleich zum August fiel sie um insgesamt 0,8 Prozentpunkte. Die positiven Zahlen vom Stellenmarkt sind eine gute Nachricht für Obama, dessen Zustimmungswerte angesichts der anhaltend schwachen Wirtschaftslage deutlich unter 50 Prozent gefallen waren.
"Der heutige Arbeitsmarktbericht liefert zusätzliche Beweise dafür, dass die Wirtschaft sich weiter von der schlimmsten Rezession seit der Großen Depression" der 30er Jahre erhole, erklärte Obamas Top-Wirtschaftsberater Alan Krueger. Der Trend auf dem Arbeitsmarkt sei ein "ermutigendes Zeichen".
Obama betonte, die Wirtschaft erstarke wieder. "Die Erholung beschleunigt sich", sagte der Präsident, der sich im November zur Wiederwahl stellt. Zugleich warnte er die Republikaner im Kongress, den Aufschwung nicht durch eine Blockadepolitik zu "verhunzen".
Mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen hatten Obama und seine Demokraten im Kongress versucht, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die politischen Gegner auf Seiten der Republikaner halten hohe Staatsausgaben dagegen eher für hinderlich für die Privatwirtschaft und prangern die horrende Staatsverschuldung der USA an.
Der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Mitt Romney, begrüßte die guten Zahlen vom Arbeitsmarkt. Allerdings warf er Obama vor, eine "echte wirtschaftliche Erholung" verhindert zu haben. "Wir können besser dastehen," sagte der Ex-Gouverneur von Massachusetts. Romney wirbt im Wahlkampf damit, als früherer Chef der Investmentfirma Bain Capital für die Schaffung von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen gesorgt zu haben. Seine Gegner werfen ihm dagegen vor, Unternehmen aus Profitgier in den Ruin getrieben und so Jobs vernichtet zu haben.


16 Kommentare