Nach der Wahlniederlage seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht FDP-Chef Philipp Rösler seine Partei vor einem langen Weg aus der Krise. Die FDP "steht nicht besonders gut da", räumte Rösler ein. Der Weg der Partei aus dem Tief werde "seine Zeit brauchen", sagte der FDP-Chef. FDP-Generalsekretär Christian Lindner wertete das Abschneiden seiner Partei bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus als klare Niederlage.
Bei der Wahl in Berlin war die FDP laut Hochrechnungen auf 1,9 Prozent abgestürzt und verpasste so den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus. Bei der letzten Wahl 2006 hatten die Liberalen noch 7,6 Prozent erzielt. "Wir werden weiter daran arbeiten, dass die Ergebnisse besser werden", kündigte Rösler in der ARD-Sendung "Günther Jauch" an. "Da ist ja noch deutlich Spielraum nach oben." Personelle Konsequenzen nach der Wahlschlappe in Berlin lehnte er ab.
Rösler verteidigte seine umstrittenen Überlegungen zu einer griechischen Staatsinsolvenz. "Wir müssen über alle Möglichkeiten diskutieren", sagte er. Der FDP-Chef bestritt dabei, seine Partei auf einen europaskeptischen Kurs bringen zu wollen: "Ich bin ein großer Anhänger der europäischen Idee." Die FDP müsse ihr Themenspektrum erweitern und dürfe sich nicht länger auf das Thema Steuersenkungen reduzieren lassen, forderte Rösler. Sie müsse sich wieder "um die ganz normalen Menschen kümmern".
FDP-Generalsekretär Lindner wertete das Abschneiden seiner Partei bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus als klare Niederlage. Das Ergebnis sei "ein Tiefpunkt und ein Weckruf zugleich", sagte Lindner in Berlin. Die Niederlage der Berliner FDP sei auch "eine Niederlage für die FDP insgesamt". Lindner empfahl seiner Partei nun "eine Phase der Nachdenklichkeit". Sie müsse sich angesichts der gegenwärtigen Krise vor "schnellen Antworten" hüten.
Lindner nahm Rösler erneut gegen Kritik an dessen Äußerungen zu einer griechischen Staatspleite in Schutz. Rösler habe für seine "Positionsbestimmung" viel Rückhalt bekommen, sagte Lindner. "Unsere Position zur Zukunft Europas ist die Übernahme von Verantwortung für unsere Währung und für unser Haus Europa insgesamt", sagte er.


21 Kommentare