Bei der Aufarbeitung des Massakers auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood sorgt der Bart des mutmaßlichen Todesschützen Nidal Hasan weiter für Aufregung. Die Anklage forderte bei einer Anhörung vor einem Militärgericht in Fort Belvoir im Bundesstaat Virginia am Donnerstag (Ortszeit) erneut, dass sich Hasan für den Prozess rasiere. Die Verteidiger des mutmaßlichen Sympathisanten des Terrornetzwerks Al-Kaida argumentierten dagegen, das Gericht habe kein Recht, die Gesichtsbehaarung zwangsweise entfernen zu lassen.
Der Anwalt der US-Regierung, Kenneth Borgnino, sagte, der "zerzauste" Bart sei ein "flagranter Verstoß" gegen die Uniformregeln der Armee. "Das ist wie ein Schild zu tragen, auf dem 'F... Dich, Richter' steht", sagte Borgnino. Hasans Anwalt Kris Poppe erklärte dagegen, die Militärjustiz habe mit der angeordneten Zwangsrasur ihre Befugnisse überschritten. Der Bart des Angeklagten habe das Verfahren bislang in keiner Weise beeinträchtigt. Hasan hat sich den Vollbart nach eigenen Angaben als Ausdruck seines islamischen Glaubens wachsen lassen.
Der US-Soldat Hasan wird beschuldigt, im November 2009 auf der Militärbasis Fort Hood im Bundesstaat Texas zwölf Kameraden und einen Zivilisten erschossen sowie 32 weitere Menschen verletzt zu haben. Der Beginn des Prozesses gegen ihn wurde bereits mehrfach verschoben. Bei einer Verurteilung droht Hasan die Todesstrafe. Derzeit klärt ein Berufungsgericht des US-Militärs in Fort Belvoir die Frage, ob sich der Angeklagte für das Verfahren rasieren muss. Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet.
Der palästinensischstämmige US-Militärpsychiater wurde nach dem Massaker von der Polizei angeschossen und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Kurz nach der Tat wurde bekannt, dass Hasan mit dem im vergangenen September bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getöteten radikalislamischen Prediger Anwar al-Aulaqi in Kontakt gestanden hatte.

