Köln (dapd). Der neu entflammte Rechtsstreit zwischen Zeitungsverlegern und der ARD um die Internet-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender zieht sich in die Länge. Die nächste Verhandlung sei auf den 19. Juli verschoben worden, sagte eine Sprecherin des Kölner Landgerichts am Freitag. Ursprünglich war der Gerichtstermin auf Ende Juni angesetzt worden. Ein Urteil ist an dem Tag aber ungewiss. Auch der neue Termin kann noch gestrichen werden, da ARD und ZDF weiter eine außergerichtliche Lösung verfolgen.
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger will der Klage gegen die "Tagesschau"-App weiter nachgehen, weil ARD und ZDF von einer gemeinsamen Erklärung abgerückt seien. Acht Zeitungsverlage hatten im Juni gegen ARD und NDR Klage eingereicht. Sie sehen in der kostenlosen "Tagesschau-App" eine zu "textlastige" Berichterstattung ohne direkten Bezug zu deren Sendungen und beklagen durch die gebührenfinanzierten Angebote einen unfairen Wettbewerb.
Das Landgericht hatte beide Seiten zu Gesprächen aufgerufen. An den außergerichtlichen Verhandlungen ist auch das ZDF beteiligt, dass ebenfalls eine Anwendung für Tablet-Computer und Smartphones anbietet.
Das ZDF wies am Freitag die Vorwürfe der Zeitungsverleger zurück. Der Sender habe nicht bereits erzielte Einigungen wieder infrage gestellt, sagte ein Sprecher. "Intendant Thomas Bellut wartet seit seinem Amtsantritt Mitte März auf einen neuen Verhandlungstermin und hat seine Gesprächsbereitschaft mehrfach zum Ausdruck gebracht."
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