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    Regierung für Versetzung von Ex-Stasi-Mitarbeitern aus Stasi-Behörde

    Berlin (dapd). Die Bundesregierung unterstützt den Plan des Leiters der Stasiunterlagenbehörde, Roland Jahn, Ex-Stasi-Mitarbeiter aus seiner Einrichtung zu versetzen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte am Donnerstag in einem dapd-Interview: "Eine Lösung bietet sich möglicherweise durch Abordnungen und Versetzungen an, bei denen der finanzielle Standard und der Status des Betreffenden erhalten bleibt." Dies wolle die Regierung unterstützen. Linke-Fraktionschef Gregor Gysi bezeichnete das Vorhaben dagegen als unfair.

    Behördenchef Jahn, der seit Mitte März im Amt ist, will 47 in seiner Einrichtung tätige frühere Stasi-Mitarbeiter versetzen lassen. Neumann sagte, das werde dazu führen, dass andere Häuser Mitarbeiter der Stasiunterlagenbehörde übernehmen müssten. "Ich habe vor, das auch in meinem Bereich umzusetzen. Wir werden Roland Jahn also im Rahmen der rechtlichen Vorgaben unterstützen", betonte Neumann.

    Erst letzte Woche war laut Medienberichten bekannt geworden, dass ein von der Stasiunterlagenbehörde bei dem Berliner Fachanwalt Johannes Weberling in Auftrag gegebenes Gutachten über die in der Behörde tätigen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter zu dem Schluss komme, dass deren Versetzung möglich sei. Das Gutachten zeige entsprechende Wege auf und erkläre Umsetzungen in andere Bundesbehörden oder Ministerien für rechtmäßig, hieß es.

    Neumann sagte, vor etwa fünf Jahren habe er zum ersten Mal gehört, dass knapp 50 ehemalige Stasi-Mitarbeiter bei der BStU arbeiteten. "Ich konnte es kaum glauben, dies war für mich nicht nachvollziehbar", sagte er. Die damalige Behördenchefin Marianne Birthler, die dies ebenfalls für fragwürdig gehalten habe, habe ihm erklärt, sie habe die Mitarbeiter bereits übernommen, und diese hätten sich seitdem nichts zuschulden kommen lassen, ihre frühere Tätigkeit bei der Einstellung sogar angegeben. Daher gebe es rechtlich keine Möglichkeit, sie aus der Behörde zu entfernen.

    Jahn als neuer Leiter habe nun gesagt, er wolle den Zustand beenden und versuchen, diese Mitarbeiter möglichst im Einvernehmen in andere Behörden zu versetzen. "Und da hat er meine volle Unterstützung", betonte Neumann. Das sei sicher nicht einfach, aber er arbeite daran.

    Gysi hält dagegen nicht viel von einer Versetzung dieser Mitarbeiter in andere Bundesbehörden. "Wenn ich sage, ich halte Leute für moralisch nicht einwandfrei, aber im Bundesinnen- oder Bundesjustizministerium haben sie doch Platz, ist das kompliziert", sagte Gysi in einem dapd-Interview.

    Zwar verstehe er Jahns Überlegungen, "aber nachdem das so viele Jahre gelaufen ist, ist es nicht nachvollziehbar". "Wenn man das 20 Jahre aushalten konnte, warum dann jetzt plötzlich nicht mehr." Die meisten seien ja Bewachungskräfte oder Pförtner, die seien auch früher nichts anderes gewesen. Und dann gebe es eine Gruppe von Leuten, die die Behörde gebraucht habe, damit sie erklärten, was die Unterlagen überhaupt bedeuteten. "Man muss von denen ja nicht viel halten, aber dann zu sagen, ihr müsst gehen, ist nicht fair. Die Idee, sie loszuwerden zu wollen, ist das eine. Aber wohin, ist doch das andere", betonte Gysi.

    Auch die SPD hatte sich bereits gegen Jahn positioniert. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, warf ihm vor, als "Eiferer" gegen die betroffenen Mitarbeiter vorzugehen.

    Die Stasiunterlagenbehörde (BStU) verwaltet seit über 20 Jahren die Akten des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Der Bund fördert die BStU, in der rund 1.800 Mitarbeiter in der Zentrale in Berlin sowie den zwölf Außenstellen beschäftigt sind, mit jährlich rund 96 Millionen Euro. Die Behörde gehört seit 2005 zum Geschäftsbereich des Kulturstaatsministers.

    dapd

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    7 Kommentare

    • Hans-Jürgen  •  vor 11 Monaten
      Erinnert mich an die posse, daß der ärzliche kunstfehler an mir von den Ärzten die ihn veursacht haben in einem komitee beurteilt werden ob es ein kunstfehler gewesen ist ode nicht und schadensersatzpflichtig.....aber das ist mittlerweile normal in unserer durch merkel geschaffene DDR 2.0 daß auch Banken die das Dilemma und Krise verursacht haben die Berater der Merkel DDR Regierung sind wie Ackermann und enpfehlen daß die Bürger dafür zahlen solllen.....alles klar??? Dafür gibt es lebenslange Posten für abgehalfterte Politiker aus dem Regime.....alles beim alten wie gehabt im Zentralbüro.
    • ina  •  vor 11 Monaten
      wie viele ehemalige DDR hatten nichts mit der stasi zu tun.nach der wende waren mit einemal
      alle opfer der stasi.wer weis den überhaupt was unsere behörden über alle bürger wissen.
      ich denke das hier dasselbe passiert.daten sammeln auf jeden fall.
      nur der name ist anders.für geld ist auch hier alles möglich.
      der normale arbeiter hatte nichts zu befürchten,ich selbst habe eine dicke akte.
      durfte zur see fahren,habe sogenannte westverwandschaft und hatte keine nachteile.
      durfte jede mögliche weiterbildung nutzen,und war kein spitzel!!!
    • ME  •  vor 11 Monaten
      Das wäre doch auch was für die Regierung. Wer in der Stasi was zu melden hatte, der fliegt raus.... Ein guter Vorschlag an unsere Frau Bundeskanzler.....
    • Traveler  •  vor 11 Monaten
      Die Leute die je zugelassen haben , das ehemalige Stasileute heute noch genauso ein sorgenfreies Leben führen wie eh und je, gehören für mich zur gleichen Kategorie ohne die geringste Ausnahme,denn nicht ein Einzigster ist für das, was er getan hat, je in Wirklichkeit zur konsequent zur Verantwortung gezogen wurden,,,,, das ist ein Schlag ins Gesicht aller Derjenigen die diese Diktatur am eigenen Leibe gespürt haben und denen meine volle Achtung und Anerkenung gebürt
    • Antoine Doinel  •  vor 11 Monaten
      Sobald die Regierung das Maul aufmacht, kommt Müll raus.
    • Kuddel  •  vor 11 Monaten
      Hallo bin ich hier im falschem Film ?
      Seit wann steht im Grundgesetz das Recht auf ein lebenslanges Beschäftigungsverhältnis ? Und wieso dürfen ausgerechnet Staasi-Mitarbeiter davon profitieren ?! Alle anderen "normalem Bürger" freuen sich - manchmal sogar quartalsweise - etwas länger geregelter und bezahlter Arbeit nachgehen zu dürfen - ohne "betriebsbedingte Kündigung" ! Insbesondere sind die ehemaligen Verfolgten und anderweitig benachteiligten DDR-Bürger von der allgemeinen "hire and fire"-Mentalität betroffen, da sie schon früher kein "Sitzfleisch" ausbilden konnten und verständlicherweise ein gestörtes Verhältnis zur Obrigkeit/Chefetage haben ... Um die kümmert sich keiner ?! Aber wenn es für die "ehemalig und immer noch Priveligierten" etwas schlechter kommen könnte gibt es plötzlich parlamentarische Sondersizungen ?
      Das darf doch nicht wahr sein !
    • Hartmut  •  vor 11 Monaten
      Wenn ich an meine Akte denke und dann daran das ich diese Dreckschweine mit meinen Steuern bezahle kommt mir das große Kotzen!
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