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    Rettungsschwimmer bewahrt Zwölfjährigen vor Ertrinken – und erhält saftige Rechnung

    Eine gute Tat hat nicht zwangsläufig eine Belohnung zur Folge. Das musste der Rettungsschwimmer John Clark aus Vancouver am eigenen Leib erfahren. Der 17-Jährige hatte ein Kind vor dem Ertrinken gerettet und dabei sein eigenes Leben riskiert, konnte aber nach der Behandlung in der Notaufnahme wieder entlassen werden. Kurz darauf jedoch flatterte eine Krankenhausrechnung in seinen Briefkasten – Gesamthöhe: für den Kanadier unbezahlbare 2.600 US-Dollar (etwas mehr als 2.100 Euro).

    John Clark rettete ein Kind vor dem Ertrinken (Screenshot: koinlocal6.com)John Clark verbrachte mit seinen Eltern einen entspannten Urlaubstag am Strand von Rockaway Beach im US-Bundesstaat Oregon, als er plötzlich Hilferufe aus dem Wasser hörte. Kurzerhand stürzte sich der 17-Jährige in die kalten Fluten und kämpfte sich in Richtung der Schreie durch, die von einem zwölfjährigen Jungen kamen. Das Kind drohte zu ertrinken.

    Clark hatte zwar kurz zuvor eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer abgeschlossen, doch auf Hilfsaktionen im offenen Meer war er nicht vorbereitet. Als er den Jungen erreichte, war die Brandung so hoch, dass beide sogar auf den Grund des Pazifischen Ozeans gezogen wurden. „Ich weiß nicht genau, wie stark der Seegang war, aber er war stark genug, um uns beide unter Wasser zu ziehen – immer weiter runter, bis wir Sand berührten“, so Clark gegenüber dem Fernsehsender „KOIN-TV“. Die ganze Zeit über ließ er das Kind nicht los, bis ihm schließlich Notfalleinsatzkräfte auf Jet-Skiern zu Hilfe kamen und beide zurück an Land brachten. Clark rief einen Krankenwagen, der ihn und den Jungen sofort in die Klinik brachte. Clark selbst wurde am Kopf untersucht, weil er über Kopfschmerzen klagte, konnte kurz darauf wieder entlassen werden. Auch das Kind, das er gerettet hat, ist mittlerweile wieder wohlauf.

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    Vorbei war die dramatische Geschichte dann jedoch noch nicht, denn wenig später erhielt Clark eine saftige Krankenhaus-Rechnung: in Höhe von 2.600 Dollar (mehr als 2.100 Euro). Den Löwenanteil der Kosten (rund 2000 Dollar) machte der Transport im Krankenwagen aus. Den Rest verlangten die Ärzte für die kurze Untersuchung Clarks in der Notaufnahme. Das Problem: Der 17-Jährige ist nicht krankenversichert. In der Provinz British Columbia, in der er lebt, wird die medizinische Versorgung nicht wie in fast allen anderen kanadischen Provinzen über Steuern finanziert, sondern über Krankenversicherungsbeiträge. Und diese decken ohnehin auch keine Sonderleistungen wie Krankentransporte ab. 2.600 Dollar hatte der Lebensretter jedoch nicht auf der hohen Kante – genausowenig wie seine Eltern, die insgesamt neun Kinder zu versorgen haben.

    Selbst in Nordamerika, wo man nicht gerade von lückenlosen Gesundheitssystemen verwöhnt ist, löste die Rechnung Empörung aus. Doch das Krankenhaus "Tillamook General Hospital" verteidigte die Rechnung auch auf Nachfrage der örtlichen Fernsehsender. John Clark habe vor der Fahrt seine Zustimmung zur Übernahme der Kosten gegeben. Der kann sich daran allerdings nicht erinnern. "Hätte ich das gewusst, wäre ich wohl nie mit in den Krankenwagen gestiegen." Er hat jedoch nicht vor, die Rechnung juristisch anzufechten.

    Nachdem der erste Schock verdaut war, erhielt Clark doch noch eine Belohnung für seine selbstlose Rettungsaktion. Nachdem der Sender „KOIN-TV“ über den Vorfall berichtet hatte, liefen die Telefonleitungen heiß – unzählige Spendenangebote gingen in der Redaktion ein. „Solche Menschen müssen für das belohnt werden, was sie getan haben“, so einer der Anrufer, Philip Doyle aus Florida. „Das war eine absolut selbstlose Tat. Viele andere Menschen wären einfach weitergegangen, aber er hat das getan, was jeder vernünftige Mensch in dieser Situation gemacht hätte: Er rettete ein Leben.“ Clarks Krankenhausrechnung ist dank der anonymen Spenden mittlerweile gedeckt. Der junge Mann sagte gegenüber „King5.com“: „Ein Menschenleben ist unbezahlbar – ich würde das jederzeit wieder machen.“


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