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    Revue statt Reden

    Berlin (dapd-bln). Musik und Theater statt Reden und Grußworte: Mit einer aufwendig inszenierten Revue hat der Verlag Axel Springer am Mittwoch den 100. Geburtstag seines Unternehmensgründers gefeiert. Die rund 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien im Berliner Axel-Springer-Haus bekamen eine Zeitreise durch das Leben Axel Springers (1912-1985) mit Schauspielern, Sängern und Tänzern zu sehen.

    Schauspieler Herbert Knaup verkörperte dabei den Verleger, Leslie Malton seine Frau Friede Springer - die bei der Geburtstagsgala im Publikum saß.

    Unter den Gästen der Festveranstaltung waren Bundespräsident Joachim Gauck, Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), Moderator Thomas Gottschalk und Liedermacher Wolf Biermann waren zu der Überraschungs-Geburtstagsrevue gekommen.

    Gastauftritte hatten die Sänger Udo Lindenberg und Max Raabe sowie Ex-"Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben. Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, entwarf im Prolog einen Brief an den Verlagsgründer. In einer Mitteilung des Verlages sagte Döpfner: "Man hätte bedeutende Persönlichkeiten, Freunde, Weggefährten oder sogar treue alte Feinde bitten können, über ihre Erinnerungen an Axel Springer zu berichten. Eine Reihe von Lobeshymnen am Rednerpult. Doch was hätte dies mit Axel Springer zu tun? Dem leidenschaftlichen Journalisten und Gründer, dem Mäzen und Meinungsmacher, dem Lebemann, dem Freiheitskämpfer?"

    Die Revue orientierte sich an den wichtigsten Lebensstationen Axel Springers und basierte laut Verlag zu einem Großteil auf dokumentierten Zitaten: Von der Unternehmensgründung über die Erfindung der "Bild"-Zeitung und die Auseinandersetzung mit der Studentenbewegung bis hin zu Springers Einsatz für die Aussöhnung mit Israel reicht die Geschichte Springers, die in der Show nachgezeichnet wurde.

    Das Stück wurde nach Verlagsangaben vier Wochen lang in einem Hinterhoftheater in Berlin-Neukölln einstudiert. 120 verschiedene Rollen kommen vor. Regie führte der Leiter des St. Pauli Theaters in Hamburg, Ulrich Waller, der auch das Udo-Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont" inszenierte. Waller schrieb für die Springer-Revue auch das Buch gemeinsam mit "B.Z."-Chefredakteur Peter Huth und dem Autor Benjamin von Stuckrad-Barre. Huth sagte, sie hätten die Person Axel Springer zeigen wollen, "mit seinen Stärken und seinen Schwächen - den Menschen".

    dapd

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