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    Rizzis Panorama der Lebensfreude

    Heimbach (dapd-nrw). James Rizzi ist im Dezember gestorben, doch auf Autos, Plattencover, einem Flugzeug und Briefmarken lebt das Werk des berühmten Pop-Art-Künstlers weiter. Vielfach hat er sich mit seinen knallbunten Motiven verewigt.

    Die Kunstakademie Heimbach in der Eifel widmet dem New Yorker ab Sonntag (29. April) die erste offizielle Gedenkausstellung. Rund 200 Arbeiten, darunter seine 3-D-Grafiken, beleuchten das fröhliche, zugängliche Schaffen. Erstmals ist seine letzte Arbeit vor seinem plötzlichen Tod zu sehen.

    "James Rizzi - Sein Leben, seine Werke" ist ein Panorama der Lebensfreude: Auf den Bildern wimmelt es vor Menschen, lachenden Sonnen, Tieren, Blumen, Herzen und Autos. Es ist das pralle Leben, das sich auf Rizzis Bildern abspielt - meistens hat er Momente aus seiner Heimatstadt New York aufgegriffen.

    Fröhliche Gesichter schauen sich an oder winken zum Betrachter, Menschen reichen sich die Hände, Vögel kreisen glücklich am Himmel. Auf einem Bild müssen riesige Wolkenkratzer einem riesigen Herz mit Friedenszeichen weichen. Für den Super Bowl malte er detailreich das komplette Stadion, mitsamt Zuschauern, Spielern, Kameramännern, Schiedsrichtern.

    Kaum ein Millimeter ist auf Rizzis Leinwand nicht genutzt. Es ist eine Mischung aus Comic, Karikatur und überladenen Kinderbildern, auf denen bestimmte Objekte gesucht werden müssen. Sein Markenzeichen ist die Erfindung der 3-D-Grafik. "Er hat sich gefragt, wie man Malerei und Skulptur miteinander verbinden kann", sagt Akademiedirektor Frank Günter Zehnder. Hierzu malte Rizzi ein Bild zweimal. Bei einem Werk schnitt er die Figuren und Motive aus und klebte sie - mit kleinen Stäbchen versehen - auf das erhaltene Bild. Manche Grafiken haben sogar mehr als zwei Ebenen.

    Es sind beeindruckende Gegensätze im Eifelort Heimbach: James Rizzi, einer der jüngsten Pop-Art-Künstler New Yorks, stellt in einer Burg aus dem 11. Jahrhundert aus. Rizzi, weltweit berühmt und geprägt von der Weltmetropole New York, verschlägt es ausgerechnet in die zweitkleinste Stadt Nordrhein-Westfalens. Doch wie kommt eine Kleinstadt mit 4.400 Einwohnern an so eine Schau, die problemlos auch in Berlin laufen könnte?

    Auf einer US-Parade seien Kontakt zur Rizzis Management geknüpft worden, sagt Kunsthistoriker Zehnder. Eine Ausstellung wurde vereinbart, als Rizzi noch lebte. Hinter der noch jungen internationalen Kunstakademie steckt ein Kunstmäzen. Ohnehin hatte Rizzi eine Vorliebe für Deutschland. Die Deutsche Post brachte vor wenigen Jahren Briefmarken mit Rizzi-Motiven auf den Markt. In der Braunschweiger Altstadt steht das nach ihm gestaltete "Happy Rizzi House".

    Die Ausstellung in Heimbach wirkt wie Schokolade: Bei Muffeln stellt sich automatisch gute Laune ein. Ursprünglich wollte Rizzi zur Ausstellung in die Eifel reisen. Als er unerwartet in seinem New Yorker Studio starb, hatte er sein letztes Werk unter dem Titel "That funny sunny feeling" gerade beendet. Es sollte ein Geschenk werden: Ein Pärchen hält Händchen, auf deren Armen sitzen die Vögel und zwitschern.

    dapd

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