Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, Mitt Romney, hat im Wahlkampf auf die Verschwörungstheorien um den Geburtsort von Präsident Barack Obama angespielt. Bei einem Auftritt im Bundesstaat Michigan sagte Romney scherzhaft, er sei bislang von niemandem nach seiner Geburtsurkunde gefragt worden. Die Leute wüssten, dass er und seine Frau in Michigan geboren und aufgewachsen seien. Rund 10.000 seiner Anhänger, die zu der Veranstaltung in der Stadt Commerce gekommen waren, nahmen die Bemerkung mit Gelächter und Applaus auf.
Mit der Veröffentlichung seiner Geburtsurkunde hatte Obama im April 2011 versucht, die Behauptungen über eine angebliche Geburt im Ausland aus dem Weg zu räumen. Das Weiße Haus machte damals erstmals eine Kopie der vollständigen Urkunde öffentlich. Aus dem Dokument geht hervor, dass Obama am 4. August 1961 in Honolulu im Bundesstaat Hawaii das Licht der Welt erblickte. Laut Verfassung müssen Präsident und Vizepräsident der USA in dem Land geboren sein. Eine Kurzversion seiner Geburtsurkunde hatte Obama bereits während des Präsidentschaftswahlkampfes 2008 im Internet veröffentlicht.
In erzkonservativen Kreisen hat die Theorie, dass Obama in Kenia geboren worden sei und daher nicht US-Präsident sein dürfe, aber weiter glühende Anhänger. Obamas Wahlkampfteam reagierte empört auf den Kommentar von Romney, der in der kommenden Woche auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa offiziell zum Kandidaten gekürt werden soll. Romney schließe sich "den schrillsten Stimmen" in seiner Partei an, sagte Sprecher Ben LaBolt.


