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    Romney mit starkem Auftritt in TV-Duell gegen Obama

    Amtsinhaber und Herausforderer streiten über Wirtschaft

    Im ersten TV-Duell mit US-Präsident Barack Obama hat der republikanische Kandidat Mitt Romney einen starken Auftritt geschafft. Bei der Debatten in Denver ging Romney den Präsidenten wegen der schwächelnden Wirtschaft hart an. Selbst Obamas Topberater David Axelrod räumte ein, dass sich der Republikaner als "sehr eifriger und angriffslustiger Kandidat" präsentiert habe. Obama ging unterdessen in die Offensive und warf dem Republikaner vor, bei der Debatte gelogen zu haben.

    Weniger als fünf Wochen vor der Wahl am 6. November versuchte der in den Umfragen zurückliegende Romney von Beginn an, den Präsidenten in die Defensive zu drängen. Die "übermäßige Regulierung" durch den Staat habe der Wirtschaft geschadet, sagte der Republikaner. Bei Obamas Wiederwahl drohe eine "chronische Arbeitslosigkeit" und ein "Auspressen" der Mittelschicht.

    Obama erinnerte dagegen daran, dass die US-Wirtschaft bei seinem Amtsantritt in der schlimmsten Krise seit der Großen Depression der 1930er Jahr gewesen sei. Außerdem habe er von seinem republikanischen Vorgänger George W. Bush ein Haushaltsdefizit von mehr als einer Billion Dollar geerbt. Unter seiner Regierung habe sich das Land "zurückgekämpft", sagte Obama. Die Wirtschaft habe fünf Millionen Jobs geschaffen, die Autoindustrie sei wieder in Schwung gekommen.

    Obama warf Romney vor, die Reichen auf Kosten der Mittelschicht entlasten zu wollen. Zudem werde der Republikaner die Staatsschuld mit Steuergeschenken weiter nach oben treiben. Auch in der Gesundheitspolitik beharkten sich der Präsident und sein Herausforderer. Romney bekräftigte, die Gesundheitsreform von Obama bei einem Wahlsieg kippen zu wollen. Der Präsident erwiderte, die Reform zeitige bereits Erfolge.

    "Wenn man Präsident werden möchte, schuldet man dem amerikanischen Volk die Wahrheit", sagte Obama tags drauf bei einem Auftritt vor 12.000 Anhängern in Denver. Der Multimillionär und Ex-Gouverneur habe seine unpopulären Positionen in der Steuer- und Bildungspolitik einfach geleugnet.

    "Als ich auf die Bühne gekommen bin, habe ich diesen sehr munteren Burschen getroffen, der sich als Mitt Romney ausgegeben hat", sagte Obama. "Aber es konnte nicht Mitt Romney sein, denn der echte Mitt Romney ist im vergangenen Jahr durch das Land gelaufen und hat Steuersenkungen von fünf Billionen Dollar für die Reichen versprochen." Romney hatte bei der Debatte bestritten, die Steuern in dieser Größenordnung senken zu wollen.

    Obamas Top-Berater Axelrod sagte in einer Telefonkonferenz mit Journalisten, dass Obama seine Strategie für die nächste Debatte am 16. Oktober überdenken werde. "Wir werden uns das genau ansehen", sagte Axelrod. "Ich bin sicher, dass wir Anpassungen vornehmen werden." Obama habe sich bei dem Schlagabtausch am Mittwochabend zurückgehalten, weil er geglaubt habe, dass die Wähler etwas Besseres verdienten. Der Präsident habe eine Situation vermeiden wollen, in der sich Politiker gegenseitig beleidigen.

    Vorteil Romney im TV-Duell mit Obama

    Romney kündigte unterdessen für Montag eine große Rede zur Außen- und Sicherheitspolitik an einer Militärhochschule im Bundesstaat Virginia an. Der Obama-Herausforderer hat seinen Wahlkampf auf die wirtschaftlichen Probleme der USA zugeschnitten, verstärkte angesichts der antiamerikanischen Protesten in der muslimischen Welt zuletzt aber die außenpolitischen Spitzen gegen Obama.

    In einer Erhebung des Senders CNN gaben 67 Prozent der Befragten an, dass Romney die Debatte für sich entschieden habe. Nur 25 Prozent hielten Obama für den Sieger. Auch in einer Blitzumfrage des Senders CBS unter unentschiedenen Wählern stellte sich Romney als Sieger heraus.

    Am 16. Oktober findet im Bundesstaat New York die zweite Debatte in Form eines "Townhall-Meetings" mit Bürgerfragen statt. Das dritte TV-Duell zur Außenpolitik ist am 22. Oktober in Florida angesetzt. Bereits am kommenden Donnerstag messen sich Vizepräsident Joe Biden und Romneys Vizekandidat Paul Ryan in Kentucky in einer Debatte.

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