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    Romney soll schwulem Mitschüler Haar abgeschnitten haben

    Obama-Herausforderer entschuldigt sich für Vorfall 1965

    Der wahrscheinliche republikanische Herausforderer von US-Präsident Barack Obama soll einem Bericht zufolge als Highschool-Student einen mutmaßlich schwulen Mitschüler drangsaliert haben. Wenige Monate vor seinem Abschluss 1965 soll Mitt Romney dem Mitschüler unter Gewaltanwendung die blondierten Haare abgeschnitten haben. Obama bekräftige bei einer Promi-Party sein Bekenntnis zur Ehe von Gleichgeschlechtlichen.

    Während die Republikaner noch uneins sind, ob sie Obamas Abkehr vom traditionellen Bild der Ehe für eine breit angelegte Kampagne gegen den Amtsinhaber nutzen wollen, verfestigt sich das neue Wahlkampfthema: Obamas Team lancierte ein Video, auf dem der vormalige, republikanische Präsident George W. Bush zumindest eine rechtliche Aufwertung homosexueller Partnerschaften begrüßte. Obama sagte bei einer Fundraising-Party, die Hollywood-Star George Clooney für ihn ausrichtete, die Homo-Ehe sei eine "logische Fortsetzung" der offenen Gesellschaft in den USA.

    Romney sah sich genötigt, auf den Bericht über die Drangsalierung eines Schülers an der elitären Cranbrook-Schule im Bundesstaat Michigan einzugehen. Er habe zwar keine Erinnerung mehr an den Vorfall, sagte er Fox News Radio. "Aber ich habe an vielen Streichen an der High School teilgenommen und manche sind zu weit gegangen - und dafür entschuldige ich mich."

    In der "Washington Post" wurde der Vorfall unter Berufung auf Zeitzeugen detailreich geschildert. "Er kann so nicht aussehen. Das ist falsch. Schaut ihn nur an", soll Romney sich über den Mitschüler John Lauber lustig gemacht haben, der seine gebleichte Haartolle über ein Auge drapiert hatte. Die extravaganten Strähnen seien dann der Schere zum Opfer gefallen, schrieb die Zeitung. Zu den Zeugen und Mittätern, die Lauber am Boden fixierten, zählt der inzwischen pensionierte Staatsanwalt Thomas Buford, der von einer "unsinnigen, idiotischen Tat" sprach und sich nachträglich bei Lauber entschuldigte.

    Die Positionen von Obama und Romney zur Homo-Ehe sind unvereinbar. Der Republikaner hatte am Mittwoch erklärt: Für mich ist die Ehe eine Beziehung zwischen Mann und Frau." Zuvor hatte sich Obama als erster US-Präsident für die Möglichkeit einer formalen Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen.

    Der Präsident sagte nun bei Clooneys Party: "Gestern haben wir Schlagzeilen gemacht." Seine Position sei aber nur eine "logische Fortsetzung" dessen, wofür Amerika stehen wolle. "Sind wir ein Land, bei dem alle dazugehören? Werden wir dadurch stärker? - Ich glaube, ja", sagte Obama. Mit einem Video verdeutlichte Obamas Team nun, dass sich auch dessen republikanischer Vorgänger Bush für eine Anerkennung von Homo-Partnerschaften ausgesprochen hatte.

    Die Teilnahme an dem Dinner für die Wahlkampfkasse Obamas kostete pro Kopf 40.000 Dollar. Weniger betuchte Fans konnten auf der Internetseite "Obama, Clooney and You" drei Dollar spenden und mit etwas Glück auch einen Platz gewinnen. Insgesamt brachte der Abend eine Rekordsumme von fast 15 Millionen Dollar (11,6 Millionen Euro) ein. Zu den Gästen des "Dinner mit Barack" gehörten unter anderem Barbra Streisand, Robert Downey Jr., Jack Black, Billy Crystal, Salma Hayek und Tobey Maguire sowie die Modemacherin Diane von Furstenberg.

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