Thalheim (dapd). Nach dem Insolvenzantrag des Solarmodulherstellers Solvello aus dem "Solar Valley" in Sachsen-Anhalt hat das Amtsgericht Dessau-Roßlau den Leipziger Rechtsanwalt Bernd Depping zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Dieser werde die Geschäftsführung überwachen und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens prüfen, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Außerdem wurde ein aus fünf Personen bestehender vorläufiger Gläubigerausschuss eingesetzt.
Der Sachwalter wird den Angaben zufolge nach Abschluss seiner Prüfung ein Gutachten zum Vorliegen eines Insolvenzgrunds erstatten. Diese Expertise bilde die Grundlage für die Entscheidung des Insolvenzgerichts über den Eröffnungsantrag.
Die Sovello GmbH aus Thalheim hatte am Montag wegen Zahlungsunfähigkeit den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 1.250 Mitarbeiter. Es war 2005 als EverQ GmbH gegründet worden - einem Joint-Venture (SES: E1:V03.SI - Nachrichten) der deutschen Q-Cells SE und der Evergreen Solar Inc (NasdaqGM: ESLR - Nachrichten) . aus Marlboro in den USA.
Der vorläufige Sachwalter erklärte, wegen der technologisch sehr innovativen Produkte und der Marktposition der Sovello GmbH sehe er gute Gründe, die Gesellschaft in einem herausfordernden Marktumfeld sanieren zu können. Das Insolvenzgeld für Mitarbeiter solle bis einschließlich Juli zügig vorfinanziert sowie Verbindung mit Lieferanten und Kunden aufgenommen werden.
Ein Sprecher des Sachwalters sagte auf dapd-Anfrage, die Bestellung eines Sachverwalters sei ein Indiz dafür, dass das Amtsgericht gute Gründe dafür sehe, dass das Unternehmen in Eigenverwaltung die Insolvenz bewältigen könne.
Für den Leiter des Berliner Zentrums für Solarmarktforschung, Wolfgang Hummel, kommt die Pleite von Sovello "nicht überraschend". Der Kostenwettbewerb in der Branche sei brutal, sagte er im Radiosender MDR info. China überschwemme den Markt mit Solarzellen, die oft mithilfe deutscher Technologie hergestellt würden. Durch günstigere Produktionsbedingungen und Subventionen könne China seine Solarmodule um bis zu 30 Prozent billiger anbieten, als das in Deutschland möglich sei.
dapd


