Mit einem Smartphone, das auf Sprachbefehle reagiert und seinen Nutzer erkennt, will Samsung seine neu gewonnene Stellung als Nummer Eins auf dem Markt verteidigen. Der südkoreanische Konzern hat in London sein Galaxy S3 vorgestellt. Mit dem Gerät setzt das Unternehmen aus Südkorea nun vor allem seinen Rivalen Apple unter Druck, der offenbar bald mit einem neuen iPhone aufwarten wird.
Auf seiner Rückseite ist das Gerät mit einer Acht-Megapixel-Kamera ausgestattet. Die intelligente 1,9-Megapixel-Kamera auf der Frontseite kann die Augenbewegungen des Nutzers erkennen und speichern, wie dieser sein Gerät nutzt; wie das iPhone 4S von Apple verfügt auch das S3 über eine Spracherkennung. Der Bildschirm ist mit einer Diagonale von 4,8 Zoll (12,2 Zentimeter) größer als bei den Vorgängern. Dank eines schmaleren Rahmens sei das Galaxy S3 aber insgesamt nicht viel breiter als das Galaxy S2, sagte Samsung-Manager JK Shin. Dafür aber ist es mit einem Gewicht von 133 Gramm ein wenig schwerer als sein Vorgängermodell, das gerade einmal 116 Gramm wog.
Das neue Smartphone ermögliche eine realitätsnahe, "natürliche und menschliche Nutzung", erklärte Shin.Zunächst soll es Ende Mai in Europa in die Läden kommen, danach in Asien und Afrika. Einen Preis nannte Samsung noch nicht.
Shin zeigte sich zuversichtlich, dass das neue Gerät keine weiteren Gerichtsprozesse mit Hauptrivale Apple provozieren wird. "Anwendungen, die Gegenstand früherer Gerichtsverfahren waren, finden in diesem neuen Modell keine Verwendung", betonte er.
Samsung und Apple stehen sich in zahlreichen Prozessen in der ganzen Welt gegenüber. Meist geht es um den Vorwurf der Patentverletzung. Ein US-Gericht orderte die Firmenchefs nun zu Schlichtungsgesprächen. Sie sollen am 21. und 22. Mai stattfinden.
Samsung ist seit kurzem Weltmarktführer bei den boomenden Smartphones. Der südkoreanische Konzern hatte hier mit 42,3 Millionen verkaufter Geräte im ersten Quartal einen Marktanteil von 29 Prozent. Apple folgte mit 35,2 verkauften Geräten, was einem Marktanteil von 24 Prozent entsprach. Allerdings wird erwartet, dass der Konzern aus Kalifornien noch in diesem Jahr eine neue Version seines iPhones vorstellen wird. Mit seinem Galaxy S3 habe Samsung nun möglicherweise den Druck auf Apple erhöht, ein "deutlich verbessertes iPhone 5 vorzulegen", vermutet Neil Mawston von Strategy Analytics.
Ernsthaft in Gefahr bringe Samsung den Konkurrenten mit seinem neuen Smartphone aber nicht. "Es ist eine Verbesserung, aber es wird weder die Spielregeln verändern noch wird es ein iPhone-Killer", sagte Mawston.
Der südkoreanische Samsung-Konzern, der neben Mobiltelefonen die gesamte Palette an Heimelektronik bedient, verkündete zuletzt für das erste Quartal einen Rekord-Gewinn von 4,44 Milliarden Euro. Maßgeblichen Anteil daran hatte das Geschäft mit den Smartphones. Mit seinen tragbaren Multifunktionsgeräten setzte sich Samsung nicht nur von Apple ab, die Südkoreaner verdrängten zuletzt auch den jahrelangen Marktführer Nokia von der Spitze aller Handy-Produzenten.


