Der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum hat sich im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner zurückgemeldet. Er gewann die Abstimmungen seiner Partei in Colorado, Minnesota und Missouri. Die Ergebnisse wurden als herber Schlag für den eigentlichen Favoriten Mitt Romney gewertet, der offenbar in den wertkonservativen Kreisen seiner Partei noch immer nicht akzeptiert wird.
Der Ausgang aller drei Abstimmungen ist nicht bindend für die Verteilung der Delegiertenstimmen bei einem nationalen Parteitag Ende August, sie haben aber gehörige Symbolkraft. Mit seinen drei Siegen hat Santorum auf jeden Fall Newt Gingrich den Rang als aussichtsreichster Romney-Rivale streitig gemacht. "Meine Damen und Herren, ich stehe hier und beanspruche nicht, die konservative Alternative zu Mitt Romney zu sein. Ich stehe hier, um die konservative Alternative zu Barack Obama zu sein", sagte Santorum in Saint Charles in Minnesota. Der Ex-Senator hatte bereits den Vorwahl-Auftakt Anfang Januar in Iowa gewonnen.
Besonders deutlich fiel Santorums Sieg in Missouri aus. Er erreichte 55 Prozent der Stimmen, das waren mehr als doppelt so viel wie Romney mit 25 Prozent. In Minnesota errang Santorum 45 Prozent der Stimmen, Zweiter wurde in dem nördlichen Bundesstaat der texanische Senator Ron Paul mit 27 Prozent. Romney kam mit gerade einmal 17 Prozent nur auf den dritten Platz. Besonders überraschend war Santorums Sieg in Colorado, das im Vorfeld eigentlich als sicheres Romney-Terrain gegolten hatte. Santorum erzielte nach Parteiangaben 40 Prozent der Stimmen, Romney nur knapp 35 Prozent.
Romney gratulierte seinem Rivalen zu der "guten Nacht". Allerdings betonte der Ex-Gouverneur von Massachusetts, dass er weiter damit rechne, als republikanischer Kandidat bei dem Wahlen im November gegen Präsident Obama anzutreten. Gingrich, der die enttäuschende Wahlnacht in Ohio verbrachte, machte unterdessen eine gegen ihn gerichtete Negativkampagne von Romneys Lager für sein schlechtes Abschneiden verantwortlich.
In Minnesota und Colorado waren am Dienstagabend Bürger zusammengekommen, um über die Bewerber zu diskutieren und anschließend abzustimmen. Während die Vorwahlen in Minnesota für alle Wahlberechtigten offen waren, durften in Colorado nur registrierte Anhänger der Republikaner ihre Stimme abgeben. Minnesota hat 40, Colorado 36 Delegierte zu bestimmen. Die endgültige Verteilung wird in beiden Staaten auf Parteitagen beschlossen, die Ergebnisse vom Dienstag sind lediglich ein Richtwert.
Ein reiner Stimmungstest war der Urnengang in Missouri, wo die Bürger den ganzen Tag lang in Wahllokalen über die Bewerber der Republikaner abstimmen konnten. Die Entscheidung über die 52 Delegierten des Bundesstaates fällt am 17. März, wenn sich die Republikaner zu sogenannten Caucuses zusammenfinden.
Um beim nationalen Nominierungsparteitag Ende August zum Herausforderer von Präsident Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber in den Vorwahlen mindestens 1144 Delegiertenstimmen einsammeln. Als aussichtsreichster Anwärter gilt trotz seines Abschneidens am Dienstag weiter Mitt Romney, der Ende Januar den bevölkerungsreichen Bundesstaat Florida gewonnen hatte. Außerdem siegte der Multimillionär in New Hampshire und Nevada. Eine Vorentscheidung dürfte beim sogenannten Super-Dienstag am 6. März fallen, wenn in rund zehn Staaten abgestimmt wird.


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