Entdecken Sie Yahoo! mit Ihren Freunden

Entdecken Sie Nachrichten, Videos und andere Inhalte, die Ihre Freunde gelesen oder gesehen haben. Welche Ihrer Aktivitäten andere sehen, bestimmen Sie alleine.

Zuerst

WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Sarkozys Steuervorstoß belebt Debatte in Deutschland

    Abweichende Deutungen bei Regierung und Opposition

    Der Vorstoß des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy für eine Besteuerung der Finanzmärkte hat der Debatte in Deutschland neuen Schwung gegeben. Oppositionspolitiker forderten die Bundesregierung auf, dem französischen Vorbild zu folgen und sich nicht länger einer Finanztransaktionssteuer zu verschließen. Das Bundesfinanzministerium sieht sich nach eigenen Angaben durch Sarkozys Vorstoß nicht in Zugzwang.

    Merkel müsse "Unterstützung für die französische Initiative zusagen" und ebenfalls Finanzgeschäfte besteuern, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in Potsdam. Parteichef Sigmar Gabriel äußerte sich ähnlich. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte: "Es kann doch nicht sein, dass Sarkozy jetzt zu Recht vorprescht und Frau Merkel sich ausbremsen lässt von ihrem Koalitionspartner FDP und von Teilen ihrer eigenen Union."

    Im Regierungslager setzte sich freilich eine Deutung von Sarkozys Plänen durch, die von jener der Opposition abwich. Die FDP, die eine Finanztransaktionssteuer ohne Einbeziehung aller 27 Länder strikt ablehnt, begrüßte Sarkozys Vorschlag und wies auf dessen begrenzte Tragweite hin.

    FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte in Berlin, Sarkozys Vorstoß laufe auf eine Börsenumsatzsteuer nach britischem Vorbild hinaus. "Das FDP-Präsidium hat mit Freude zur Kenntnis genommen, dass der Präsident Frankreichs seine Position zur Finanztransaktionssteuer verändert hat." Sarkozys Modell sei eine "gute Basis" für eine Einigung aller 27 EU-Staaten - inklusive Großbritanniens - für eine Besteuerung von Finanzgeschäften.

    Sarkozy hatte zuvor vorgeschlagen, in Frankreich ab August eine Finanztransaktionssteuer von 0,1 Prozent einzuführen. Dies solle pro Jahr eine Milliarde Euro einbringen. Nach Regierungsangaben aus Paris soll die Steuer auf den Handel von Aktien und von Kreditausfallversicherungen sowie bestimmten Derivaten erhoben werden.

    Damit bleibt Sarkozys Plan offenbar noch hinter den Vorschlag der EU-Kommission vom September 2011 zurück. Die Kommission will nicht nur Aktien, sondern auch Anleihen und den Handel mit komplizierten Finanzprodukten, sogenannten Derivaten, besteuern. Das soll jährliche Einnahmen in Höhe von 57 Milliarden bringen. Vor allem Großbritannien lehnt diese Pläne aber kategorisch ab, um den Finanzplatz London zu schützen.

    Das Bundesfinanzministerium teilte mit, an seiner Haltung zu einer Finanzmarktsteuer habe sich durch Sarkozys Vorstoß nichts geändert. Ziel sei es weiterhin, dass Thema im Kreis der EU-Staaten "umfassend und schnell" zu diskutieren, sagte Sprecher Martin Kotthaus. Erst wenn sicher sei, dass es keinen EU-weiten Konsens gebe, sei "zu diskutieren, wie es weitergeht".

    Nichtregierungsorganisationen zeigten sich enttäuscht von Sarkozys Vorschlag. Detlev von Larcher vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac kritisierte, dass der französische Steuerplan den Anleihen-, Devisen- und Derivatehandel ausnehme.

    Der Finanzsektor kritisierte Sarkozys Vorschlag als zu weitgehend. Der "französische Alleingang" sei ein "Irrweg", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, Michael Kemmer. "Frankreich schadet so dem nationalen Finanzplatz." Die Steuer verzerre den Wettbewerb, wenn sie nicht weltweit oder zumindest europaweit eingeführt werde.

    Quizaction

     

    21 Kommentare

    • Thomas M  •  vor 3 Monaten
      Besonderous gefällt Hundt, Rösler, und Merkel die passage, Sozial kürzung beim Arbeitern - Rentnern (Hartz 4 satz für 22,000,999), die erhöhung die MwSt auf 21.3% (trefft nur sehr hart die Rentner), und viel viel später eine Bösensteuer - bis dort hin hat dem demenz Volk sowieso alles vergessen.
    • ZG61  •  vor 3 Monaten
      Danke Sarkozy für die Steilvorlage.
      Wenn Deutschland gleichzieht wird bei uns die MWST um 2.2 % erhöht (21,2 % in Froonkreisch)
      Ach, macht doch bitte gleich 25 %, dann können die Kinder in der Schule leichter rechnen.
      Dazu brauchen wir dann aber die große Koalition. Wer erinnert sich noch? Wahlversprechen 2005 - SPD: keine Erhöhung - CDU: 2 % Erhöhung. Macht nach Adam Riese 0 plus 2 ist 3.
      Das ist die Chance für die FDP.
    • eduard  •  vor 3 Monaten
      Oui , Monsieur Le President, tres bonne idee! In der €- Krise verschafft sich der Staat mehr Geld von den notleidenden Banken, macht danach eine Bankenrettungsfonderhöhung damit und zahlt die Mehreinnahmen in doppelter Höhe wieder zurück. Sarkozy braucht eine Gehirntransaktion. Tres vite.
    • Rola  •  vor 3 Monaten
      Der kleine Franzose sagt: man muß von hinten, in die Brust, dann in das Auge stechen, das merkt dann keiner
    • Y.  •  vor 3 Monaten
      Will der franzose jetzt auf die Staatsanleihen eine Steuer erheben?
      Angenommen es kauft keiner mehr neue Staatsanleihen, dann sind alle Staaten mit dem Auslaufen der nächsten Anleihe pleite!
      Anders: Die Steuer auf die Anleihe schmälert die Rendite; Das Ausfallrisiko ist unverändert hoch; Also wir der mögliche Käufer einen höheren Zins verlangen, den dann der Staat für seine Schulden zahlen muss!
      Völlige Idio... diese Transaktionssteuer! Die ehemalige Börsenumsatzsteuer ist in Dt. übrigens schon gescheitert.
      Aber Hauptsache wir haben wieder eine neue Steuer!
    • coca  •  vor 3 Monaten
      marre de ce nain de jardin ! allez dehors !!!!!!
    • Sigrid  •  vor 3 Monaten
      Das wird auch bei uns kommen,denn für Hartz4 Menschen werden keine Rentenbeiträge mehr gezahlt was für über 50 Jährige eine Rentenkürzung darstellt.Die Mehrwertsteuer werden sie schon einführen weil wir alle Lebensmittel ,Kleidung und Schuhe benötigen.Denn man muß doch nur einmal bedenken was seit dem 01.01.12 schon die Fahrkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel betragen und die Fahnenstange ist bei unseren Politikern noch lange nicht erreicht.
      • katherina vor 3 Monaten
        hast recht , Hauptsache eine Erhöhung der Diäten ist noch drin
        Hartz 4 haben wir der SPD und den Grünen zu verdanken , denen fällt bestimmt noch mehr ein wie sie uns Ausnehmen können
      • Meckertante vor 3 Monaten
        Als besonders grausam betrachte ich das Vorgehen der CDU, dass sie die Zahlung der Rentenbeiträge für Hartz IV-EmpfängerInnen einstellte.
      • Meckertante vor 3 Monaten
        Ich habe eben in einem anderen Forum gelesen, dass die Arge vor Einstellung der Rentenbeitragszahlung (1. 1. 2011) 40,80 Euro pro Berechtigten einzahlte. Falls ich mich richtig erinnere, wurde Hartz IV im Jahr 2011 um 5 Euro und 2012 um 10 Euro erhöht. Unter der Verantwortung der CDU wird also in Wirklichkeit bei jedem Berechtigten monatlich 25,80 Euro eingespart.
        Katharina: Hartz IV wurde zwar von SPD/Grüne eingeführt, aber von der CDU um 25,80 monatlich in unverantwortlicher Weise gekürzt. Auch der in meinen Augen recht üppigen Diätenerhöhung hat die CDU gleichzeitig gerne zugestimmt.
    • Pealwanire  •  vor 3 Monaten
      Wir sollte alle gemeinsam unsere Kanzlerin unterstützen. Diese Abgabe ist mehr als fällig. Es kann nicht sein, dass sich die Regierungen von denen Kredite geben lassen, die keine Abgaben leisten. Die bekommen steuerfreie Zinsgewinne. Wir sind das Volk und wollen, dass alle ihre Steuern und Gebühren entrichten. Jede Gegenhaltung aus weltpolitischer Sicht ist pure Erpressung. Alle sind am Meckern, weil die Großen keine Beiträge an die Gesellschaft leisten, jetzt im 21. Jahrhundert sollte es mal möglich sein.
      • bayernvorn vor 3 Monaten
        Würde ich gern, wenn sie endlich einmal ihre Regierung führt, statt immer nur (ohne Taten) daher zu reden.
    • KandiS  •  vor 3 Monaten
      Im Kreis der FDP!
      Wenn die da auf ablehnung stößt dann kann ja der Schwanz wohl nicht mit den Hund wackeln.Was haben die denn bei 2% überhaupt noch zu melden.
      Wenn Sie aber in Frankreich auch solche angeblich Reformen wie unter Schröder einführen wollen,dann sei ihnen gesagt das die Franzosen nicht die Deutschen sind und die gleich auf den Barrikaden gehen.
      Aber wenn Sie sich solch ein Stimmenverlust wie die SPD leisten können dann viel Spass
    • Nickola  •  vor 3 Monaten
      Die hier abgegeben Kommentare besagen eigentlich nur Eins, das man von den politischen und wirtschaftlichen Problemen hier im Lande keinerlei Ahnung hat. Außerdem herrscht hier in Frankreich Wahlkampf. Ob Sarkozy zu den von ihm vorgegeben Terminen, zur Einführung dieser Maßnahmen, noch Präsident ist, steht in den Sternen. Wie ein eventuell sozialistischer Präsident Hollande die Sache handhaben würde, weiß man auch nicht so ganz genau. Wahlkampfreden sind nur in begrenzten Maße dafür tauglich. Fakt ist, das in Frankreich etwas geschehen muß, sonst geht die Grande Nation ganz schön den Bach runter.
    • Beatrice  •  vor 3 Monaten
      Erhöhung der Mehrwertsteuer - ein Armutszeugnis der Politiker.
    • Thomas-A.  •  vor 3 Monaten
      ....im nächsten Leben möchte ich bitte als Franzose auf die Welt kommen. Endlich mal ein politisches Zeichen gegen die Gambler an der Börse mit ihren Fundamentaldatenanalysen und technischen Reaktionen, die keine sind. Die Börse ist nicht mehr als ein Waschweiberverein und das was vor allem zählt sind Gerüchte. Ab sofort gilt: Wer tratschen will muss zahlen :-). Klasse!!!
    • misterx  •  vor 3 Monaten
      Lohnnebenkosten senken heisst die gehen an die ; Rente, Krankenversicherung, Urlaub..............
    • Night Wolfe  •  vor 3 Monaten
      Und tschüß! Mit Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1,6 % und die Finanztransaktionsteuer auf 0,1 % wird er wohl nicht punkten.
    • Yahoo! Benutzer  •  vor 3 Monaten
      was für ein Vollpfosten Mwst hoch ist genau das was Konsum im Land verhindert .Bonzen bedienen hat er bestimmt von Merkel gelernt !
    • Fredo Friedo  •  vor 3 Monaten
      Die Börsen in Frankfurt und London sagen: "Danke".

      Und die Franzosen wählen ihn trotzdem ab, weil sie den Wahlschwindel wittern.
      • Thomas-A. vor 3 Monaten
        die Börse in FFM hat andere Sorgen nach der geplatzten Fusion mit der NYSE. Der Börsenplatz Frankfurt ist nun ein Auslaufmodell.
      • bayernvorn vor 3 Monaten
        Die Börse in London hat eine sog. "Stempelsteuer", die ist höher als Sarkozys Transaktionssteuer. By the way, auch die Börse in Zürich hat nach wie vor eine (höhere) Börsenumsatzsteuer, trotzdem ist der Handel am Finanzplatz Zürich munter.
    • Werner  •  vor 3 Monaten
      Die Finanzmärkte müssen 0,1 % Mehrwertsteuer bezahlen, warum nicht auch 19% ohne Möglichkeit dies abzusetzten.
      • Sascha vor 3 Monaten
        oder besser noch auch für uns Mehrwertsteuer auf 0,1% senken!
        Wenn es sich Milliardäre nicht leisten können 19% zu zahlen können wir das schon zweimal (oder Milliarden Mal) nicht.
    • Ole  •  vor 3 Monaten
      Is klar...Da wo die meisste Kohle fliesst,wird am wenigsten bezahlt.Sarkozy,du bist n Depp! Mathematik 6.Setzen!
    • Hubba Bubba  •  vor 3 Monaten
      Monsieur le Président... ist ein Hohlkopf ohne gleichen... er will die "Wirtschaft" stärken und erhöht die MwSt.... er stärkt die Wirtschaftsbosse, also die Reichen und würkt den Konsum ab... Griechenland lässt grüßen...
      • E.T. vor 3 Monaten
        Deutschland läßt auch grüßen!
    • Oluja Hr  •  vor 3 Monaten
      Endlich tut sich da mal was !!
    Suchen
    UMFRAGE

    Ist Gauck der richtige Mann für das Amt des Bundespräsidenten?

    Laden...
    Auswahloptionen bei der Umfrage