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    Schlechte Wirtschaftsdaten nähren Sorge um Spanien

    Brüssel (dapd). Die Sorge vor einem weiteren Abgleiten Spaniens in die Krise wächst. Ein Rekordminus im Einzelhandel und ein düsterer Bericht der spanischen Zentralbank haben die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy am Dienstag weiter unter Druck gesetzt.

    Gegenüber dem Vorjahr gingen die Verkaufseinnahmen im Einzelhandel im April um 9,8 Prozent zurück, wie das nationale Statistikinstitut am Dienstag mitteilte. Es sei für Spanien der 22. Monat in Folge, in dem es ein Minus gebe, hieß es weiter. Diesmal sei es außerdem mehr als doppelt so hoch ausgefallen wie im März.

    Schlechte Nachrichten erhielt die Regierung auch von der spanischen Zentralbank, die einen Wirtschaftsrückgang mindestens bis Ende Juni prognostizierte, nachdem das Land im ersten Quartal bereits ein Minus von 0,3 Prozent verzeichnet hatte.

    Spaniens Kampf gegen die zweite Rezession innerhalb von drei Jahren spiegelte sich auch auf den Märkten wider. Die Rendite für spanische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit stieg auf 6,45 Prozent und damit näher an die sieben Prozent, die als Grenze gelten, ab der ein Staat seine Schulden langfristig nicht mehr refinanzieren kann.

    Der Leitindex IBEX in Madrid schloss am Dienstag mit einem Minus von 2,34 Prozent. Bereits am Montag hatte die größte spanische Bank Bankia nach einer milliardenschweren Kapitalspritze der Regierung einen dramatischen Kursverlust hinnehmen müssen.

    Ministerpräsident Rajoy bemüht sich trotz dieser Vorzeichen das Vertrauen der Anleger in Spanien und seinen Bankensektor aufrechtzuerhalten und versicherte noch am Montag, dass sein Land kein Rettungspaket brauchen werde. Tags darauf erhielt er auch Rückendeckung von der EU. "Wir vertrauen darauf, dass alle notwendigen Schritte unternommen werden, um den Bankensektor zu restrukturieren und wieder auf solide, produktive Beine zu stellen", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn, Amadeu Altafaj-Tardio, in Brüssel.

    Die Kommission habe nach wie vor Vertrauen in die spanische Regierung und stehe in Kontakt mit ihr. Ein offizielles Hilfegesuch aus Madrid - eine Voraussetzung für europäische Rettungsgelder - sei bislang noch nicht in Brüssel eingegangen.

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