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    Schuldenkrise dämpft Bereitschaft zur Altersvorsorge

    Berlin (dapd). Die Bereitschaft der Bundesbürger zur Altersvorsorge ist im Zuge der Finanzkrise deutlich gesunken. Von denjenigen, die noch keine Rente beziehen, geht zwar mehr als die Hälfte davon aus, sich im Alter einschränken zu müssen, wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Allensbach-Untersuchung im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Doch nur rund ein Viertel war demnach 2011 zu größeren Sparanstrengungen bereit. Zehn Jahre zuvor seien es noch 45 Prozent gewesen.

    Das hat nach Einschätzung der Meinungsforscherin Renate Köcher, Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts, "auch, aber nicht allein mit der Krise im Euro-Raum" zu tun. Die große Mehrheit der Deutschen sei von den Auswirkungen der Krise zwar verschont worden. "Trotzdem führt die Krise dazu, dass die Leute das Gefühl haben: Die Altersvorsorge ist unkalkulierbar."

    Jeder zweite Befragte befürchtet der Studie zufolge, dass die Krise sich auf die eigene Altersvorsorge auswirken wird. Dieser Eindruck fördere den kurzfristigen Konsum: Viele Menschen gäben das Geld eher für einen schönen Pullover oder eine Reise aus statt für etwas, das so weit in der Zukunft liegt und so wenig konkret ist wie die Rente.

    Am höchsten schätzen die Befragten der Studie zufolge Immobilien als Altersvorsorge. Dagegen ist das Ansehen der Riester-Rente in nur drei Jahren stark gesunken. Während sich 2008 noch 38 Prozent der Befragten überzeugt zeigten, die Riester-Rente lohne sich, waren es 2011 nur noch 22 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil derer, die die Riester-Rente für nicht lohnenswert halten, von 21 auf 39 Prozent.

    Köcher führte dies auf die kritische Berichterstattung in den Medien zurück, dies gehe auch aus der Befragung hervor. In den vergangenen Monaten war die Riester-Rente wegen des Vorwurfs hoher Kosten und niedriger Renditen sowie wegen der Rückforderung staatlicher Zulagen mehrfach in den Schlagzeilen.

    "Ich hatte das Gefühl, dass man das Kind mit dem Bade ausschüttet", sagte die Meinungsforscherin. Bei allen berechtigten Debatten über die Details der staatlich geförderten Altersvorsorge dürften die Bürger nicht davon abgebracht werden, überhaupt Geld zurückzulegen. Die Oberschicht werde zwar wegen ihres wachsenden Vermögens zunehmend unabhängig von Staat und Rentensystem. Die Eigenverantwortlichkeit der Mittelschicht müsse aber stimuliert werden.

    "Für die unteren 20 Prozent ist das Thema Eigenvorsorge aber eher ein Abstraktes", sagte Köcher. Hier sei der fürsorgliche Sozialstaat in der Verantwortung.

    Rund zwei Drittel der Befragten haben der Studie zufolge keine konkrete Erwartung an die Rendite ihrer Sparpläne und Kapitalversicherungen. Wer eine Vorstellung von den Erträgen hat, sieht diese zumeist bei mäßigen zwei bis vier Prozent - was dafür spricht, dass die Befragen sowohl um die sicherheitsorientierte Anlagestrategie als auch um die Gebühren und Provisionen wissen, die bei vielen Produkten das Ergebnis schmälern.

    GDV-Präsidiumsmitglied Maximilian Zimmerer forderte eine Informationsplattform, auf der die Versicherten ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rente und privater Vorsorge auf einen Blick einsehen können. Als Vorbild nannte er Dänemark, wo es ein solches System bereits gebe, das zudem hohe Anforderungen an den Datenschutz erfülle.

    Für die repräsentative Studie "Die Altersvorsorge der Deutschen 2012" hatte das Allensbach-Institut nach Angaben Köchers in zwei Umfragen jeweils rund 1.800 Menschen befragt.

    dapd

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    1 Kommentar

    • Y.  •  vor 3 Monaten
      Hängt wohl mit mangelnden Vertrauen zusammen!
      "Die Renten sind sicher"