Neue Erkenntnisse um den Verkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) an die BayernLB werfen abermals ein schlechtes Licht auf den verstorbenen Rechtspopulisten Jörg Haider. In einem Korruptionsprozess in Klagenfurt gestand der Steuerberater Dietrich Birnbacher am Mittwoch, im Jahr 2007 jeweils ein Drittel seines Millionen-Honorars für den Bankenverkauf dem Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) des damaligen Kärntner Landeshauptmanns Haider und der konservativen ÖVP versprochen zu haben.
Ursprünglich sollte das Honorar für Birnbacher zwölf Millionen Euro betragen, es wurde dann aber halbiert. Vor Gericht gab Birnbacher an, Haider habe ihm 2008 in einem Gespräch gesagt: "Eine Million wird wohl drinnen sein für die Partei." Letztlich floss dann aber kein Geld an das BZÖ, wie Birnbacher sagte: "Haider war ja schon tot."
Geld ging aber an die ÖVP: Der Landesvorsitzende der ÖVP in Kärnten, Josef Martinz, bestätigte die Angaben des Steuerberaters zu der Abmachung und gab an, auf einer Weihnachtsfeier von Birnbacher einen Umschlag mit 65.000 Euro erhalten zu haben. Als Konsequenz aus der Enthüllung trat Martinz umgehend von seinem Amt zurück. "Es tut mir leid, dass ich mich auf das System Haider eingelassen habe", erklärte der Politiker.
Die Bayerische Landesbank verlor durch den inzwischen zurückabgewickelten Kauf der Kärntner Bank HGAA 3,7 Milliarden Euro und ging über das Desaster fast pleite. An verschiedenen Stellen versucht BayernLB, durch Schadenersatz-Klagen zumindest ein Teil des Geldes zurück zu holen.
Haider war im Oktober 2008 im Alter von 58 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Der Politiker war betrunken mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Betonpfeiler gerast. Der Rechtspopulist sorgte während seiner politischen Laufbahn auch über die Grenzen Österreichs hinaus mit zahlreichen Äußerungen zum Nationalsozialismus für Empörung. Er soll zudem zu Lebzeiten Millionen-Beträge bei Banken in Lichtenstein versteckt und Spenden der damaligen Machthaber Libyens und des Irak, Muammar al-Gaddafi und Saddam Hussein, angenommen haben.

