WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Schwestern zu faul? Patient verdurstet im Krankenhaus

    Kane Gorny besiegte einen Hirntumor und starb trotzdem im Alter von gerade einmal 22 Jahren. Der leidenschaftliche Footballspieler verdurstete – und das im Krankenhaus. Der schockierende Fall aus London liegt mehr als drei Jahre zurück und steht nun vor einem britischen Gericht. Die Eltern des Verstorbenen beschuldigen die diensthabenden Krankenschwestern und Ärzte, ihren Sohn trotz ausdrücklicher Hinweise nicht mit den dringend benötigten Medikamenten versorgt zu haben.

    Schwestern zu faul? Patient verdurstet im Krankenhaus (Bild: thinkstock)Seine Familie war überglücklich, als Kane wieder ein fast normales Leben führen konnte. 2008 hatte er einen Hirntumor besiegt, doch zu diesem Zeitpunkt hatte der Krebs bereits erheblichen Schaden im Körper des jungen Sportlers angerichtet. Er benötigte dringend Medikamente, um die Feuchtigkeitsversorgung seines Körpers zu regulieren.

    Die Behandlung schlug zwar an, die Knochen des jungen Mannes aber wurden durch die starken Arzneien geschwächt. So musste Kane Anfang 2009 im „St George’s Hospital“ in Tooting (Süd-London) an der Hüfte operiert werden – eigentlich ein Routineeingriff. Damals versicherte das Klinikpersonal der besorgten Familie noch, man würde an die lebensnotwendige Medikation des Patienten für seine Feuchtigkeitsversorgung denken, berichtet die englische Tageszeitung „Daily Mail“: „Keine Sorge, Ihr Sohn ist in guten Händen.“

    Lesen Sie auch: Diagnose unfruchtbar - Frau bringt Vierlinge zur Welt

    Die Realität sah offenbar ganz anders aus. Kanes Mutter Rita Cronin empörte sich schon 2010 über die nachlässige Behandlung: „Die Schwestern waren faul, sorglos und hielten es nicht für nötig, seine Werte zu überprüfen.“ Sonst wäre schnell klar gewesen, dass dem jungen Patienten die lebenswichtigen Medikamente fehlten, glaubt die Mutter. „Mein Sohn war völlig von ihnen abhängig und sie haben ihn im Stich gelassen“, so Cronin gegenüber der Daily Mail.

    Am 27. Mai 2009 erhielt Cronin demnach einen Anruf von Kane, der völlig aufgelöst am Hörer war. Er sagte seiner Mutter, dass er in seiner Verzweiflung die Polizei alarmiert habe, da ihm das Krankenhauspersonal trotz mehrerer Bitten keine Getränke gebe. Als die Mutter in der Klinik ankam, hatten die Schwestern die Beamten bereits weggeschickt: Der Patient sei verwirrt und ansonsten alles in Ordnung. Das Pflegepersonal habe ihm daraufhin starke Beruhigungsmittel gegeben und Sicherheitsmänner den aufgebrachten Kane in ein Einzelzimmer verfrachtet. Gegenüber dem Gericht berichtet seine Mutter heute, sie habe nachts noch drei Stunden an seinem Bett gesessen – aber niemand habe nach ihm geschaut. Am Tag darauf starb Kane an Dehydrierung.

    Das hatte Cronins Mutter jedoch noch nicht geahnt, als sie kurz vorm Verlassen des Krankenhauses einer vorbeilaufenden Schwester mitteilte, sie würde gerne zurückkommen, sobald Kane aufwache. „Das müssen Sie nicht. Sollte er Lärm machen, schließen wir einfach die Tür. So wird er niemanden aufwecken.“ Dieser Kommentar sei so absurd gewesen, dass sie ihn in dem Moment nicht fassen konnte, erzählte Cronin später. Als sie wenige Stunden später zurückkam, fand sie ihren Jungen mit einem unnatürlich geschwollenen Mund vor und wandte sich besorgt an drei Krankenschwestern. Diese versicherten ihr, er habe eine gute Nacht hinter sich, soeben gefrühstückt und sogar ein Schwätzchen mit ihnen gehalten. Die Frau warf daraufhin ein, dass es gar nicht danach aussehe, als ob sich jemand um ihren Sohn gekümmert, geschweige denn, ihm ein Frühstück serviert habe.

    Trotzdem seien die drei Frauen bei ihrer Aussage geblieben und hätten sie einfach auf dem Korridor stehen lassen. Wieder im Zimmer angekommen, entdeckte Kanes Mutter erschrocken, dass seine Medikamente noch unberührt auf dem Nachttisch lagen. Darauf angesprochen antwortete ihr ein Vertretungsarzt, dass dies ihrem Sohn schon nicht schaden würde. Bei der Stippsvisite ein paar Minuten darauf wurde ein Arzt  jedoch auf den lebensgefährlichen Zustand des Patienten aufmerksam. Sofort sei der Oberarzt zu Rita Cronin geeilt und habe ihr mitgeteilt: „Sie müssen sofort kommen und ihren Sohn noch mal sehen. Er stirbt gerade.“

    Auch Vater Peter Gorny hatte sich inzwischen in der Klinik eingefunden, um Abschied von Kane zu nehmen. Die Eltern standen noch unter Schock und versuchten, den Anblick der Leiche ihres Sohnes zwischen blutverschmierten Laken zu verkraften, als sie eine Pflegerin im Zimmer der Oberschwester emotionslos fragte: „Sind Sie fertig? Kann ich ihn nun einpacken?“ Ausgerechnet dem Krankenhauspersonal wurde nach dem Tod des Patienten therapeutische Unterstützung angeboten.

    „Er hatte gerade wieder angefangen, sein Leben zu genießen!“ erzählt Rita Cronin nun der „Daily Mail“. „Ich habe immer dafür gesorgt, dass er seine Tabletten mit sich trägt, für den Fall, dass er auswärts übernachtet. Wir alle wussten von der Wichtigkeit seiner Medikamente.“ Ausgerechnet im Krankenhaus habe man sie jedoch vergessen. Die Mutter will nicht eher ruhen, bis das Personal des St George’s Hospital verurteilt wird.

    Sehen Sie auch: TV-Interview: Politiker singt seine Message


    Quizaction