Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will einen Austritt Griechenlands aus dem Euro nicht länger ausschließen. Er setze aber darauf, dass die internationalen Hilfsmaßnahmen und die Sparanstrengungen Athens zum Erfolg führen, sagte Seehofer der "Bild"-Zeitung. Allerdings gebe es Hilfen nicht ohne Eigenleistungen. Der Bayerische Ministerpräsident forderte zudem weitreichende Mitbestimmung des Bundestags bei allen weiteren Rettungsschritten. "Alle wichtigen Grundsatz-Entscheidungen müssen vom ganzen Bundestag getroffen werden", sagte Seehofer.
FDP-Chef Philipp Rösler ist gegen einen Austritt Griechenlands. Zwar habe etwa der FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff die Probleme schon früh gesehen und vor einer Aufnahme Griechenlands gewarnt, doch bedeute Politik, von den heutigen Gegebenheiten auszugehen, sagte Rösler der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen." Auch rechtlich sei der Ausschluss eines Landes nicht möglich.
Die Krise in der Währungsunion lasse sich nur gemeinsam lösen, sagte Rösler. Allerdings dürften die Schulden nicht vergemeinschaftet werden. "Um es deutlich zu sagen: Wer gegen das Euro-Regelwerk verstößt, muss auch hart sanktioniert werden - am besten automatisch und ohne jeden Spielraum für die Politik", sagte Rösler und bekräftigte die Ablehnung von Euro-Bonds. Was die Parlamentsbeteiligung anbelange, stehe für die Liberale außer Frage, dass das "Königsrecht der Volksvertretung erhalten bleiben muss".
Der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms bekräftigte in der "Passauer Neuen Presse", dass ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion die "letzte Konsequenz" sein könne. Er sei überzeugt, dass die Griechen ihre "Wettbewerbsfähigkeit nur zurückgewinnen, wenn sie abwerten und dazu die Drachme wieder einführen". Wenn Athen die Bedingungen für Hilfe der Euro-Länder nicht einhalte, müsse ein Stoppsignal gesetzt werden, sonst würde "die Euro-Rettung unfinanzierbar". Solms hatte einen Austritt Griechenlands ins Spiel gebracht und damit eine breite Debatte ausgelöst.


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