Eine russische Sojus-Rakete mit drei Astronauten an Bord ist am Sonntag zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Die Rakete mit der US-Astronautin Sunita Williams, dem Russen Juri Malentschenko und dem Japaner Akihiko Hoshide hob planmäßig um 04.40 Uhr MESZ vom russischen Weltraumbahnhof im kasachischen Baikonur ab. Die drei Astronauten sollen nach einem zweitägigen Flug die derzeit dreiköpfige ISS-Besatzung verstärken.
Der Leiter des russischen Weltraumprogramms Roskosmos, Wladimir Popowkin, sagte, er habe einige Minuten nach dem Start mit den drei Astronauten gesprochen und sie fühlten sich gut. Auf einer Live-Videoübertragung war eine rote Puppe zu sehen, die als Glücksbringer vor den Astronauten hing. Zudem war zu sehen, wie Malentschenko einen Stab benutzte, um entferntere Knöpfe des Kontrollpanels zu erreichen - laut dem Kommentator "eher einer der low-tech Aspekte" der Kapsel.
Williams und Akihiko waren bereits auf der ISS, doch war es für sie die erste Reise mit einer Sojus-Rakete. Auf der ISS befinden sich derzeit die Russen Gennadi Padalka, Sergej Rewin und der US-Astronaut Joseph Acaba. Die drei waren am 15. Mai mit eine Sojus-Rakete von Baikonur gestartet. Am 1. Juli waren drei weitere Astronauten nach 192 Tagen im All an Bord einer Sojus-Kapsel auf die Erde zurückgekehrt. Sie landeten plangemäß in der kasachischen Steppe.
Nach dem Ende des US-Space-Shuttle-Programms im Juli 2011 ist Russland derzeit die einzige Nation, die Menschen zur ISS transportieren kann. Erst 2015 soll wieder ein US-Raumschiff einsatzbereit sein. Die USA zahlen den Russen mindestens 50 Millionen Dollar (39 Millionen Euro) pro Astronaut, der zur ISS befördert wird. Das russische Raumfahrtprogramm hatte im vergangenen Jahr wiederholt mit Pannen und Unfällen zu kämpfen.


