WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Spanische Regierung übernimmt Kontrolle über Großbank Bankia

    Madrid (dapd). Die von der spanischen Regierung angekündigte teilweise Verstaatlichung der viertgrößten Bank des Landes ist von der Börse in Madrid am Donnerstagmorgen mit einem Kursanstieg quittiert worden. Wirtschaftsminister Luis de Guindos erklärte am Mittwochabend in Madrid, der Staat werde die Kontrolle über das Geldinstitut Bankia übernehmen.

    Die 2010 und 2011 vom Staat in das Geldinstitut Bankia geflossenen 4,5 Milliarden Euro würden in Besitzanteile der Muttergesellschaft umgewandelt, erklärte de Guindos. Damit erhalte die Regierung 45 Prozent der Großbank. Von allen spanischen Kreditinstituten leidet Bankia seit dem Platzen der Immobilienblase am schwersten unter faulen Krediten. Die Bankia ist aus einem Zusammenschlusses von sieben Regionalbanken, sogenannten Cajas, hervorgegangen. Die größte war die Caja Madrid.

    Die Entscheidung wurde bekannt gegeben, nachdem die Zinsen für spanische Staatsanleihen in die Höhe gegangen und die Aktienkurse in den Keller gerutscht waren. Am Donnerstagmorgen eröffnete der spanische Aktienindex Ibex-35 dann mit einem Kursanstieg von 1,7 Prozent. Wertpapiere von Banken legten mit Ausnahme des verstaatlichten Instituts Bankia zu. Die Bankia-Aktie verlor 2,2 Prozent.

    Die Zinsen für spanische Staatsanleihen sanken zwar zunächst um acht Basispunkte, blieben aber mit fast sechs Prozent noch immer hoch. Investoren fürchten, dass Spanien wie schon Griechenland, Irland und Portugal um internationale Finanzhilfe bitten muss. Es wird erwartet, dass die Madrider Regierung am Freitag weitere Reformen des Bankensektors ankündigt. Das Land ist in die Rezession zurückgefallen, die Arbeitslosenquote liegt bei 24,4 Prozent

    © 2012 AP. All rights reserved

    Quizaction