Mit einer perfekt inszenierten Show hat US-Popdiva Madonna die Massen beim Super Bowl begeistert. Wie eine römische Kaiserin ließ sich die 53-Jährige am Sonntagabend (Ortszeit) zur Halbzeit des US-Football-Finales von einer Heerschar Gladiatoren in das Stadion fahren. Vor 70.000 Besuchern und rund hundert Millionen TV-Zuschauern weltweit legte Madonna dann einen rasanten zwölfminütigen Auftritt hin.
Von einer diamantenbesetzten Krone geschmückt und in hohen schwarzen Stiefeln fuhr Madonna in einem römisch inspirierten Wagen in das Lucas-Oil-Stadion in Indianapolis ein und gab als erstes ihren Hit "Vogue" von 1990 zum Besten. Es folgte die von Breakdancern eingerahmte Nummer "Music". Für ihr neues Lied "Give Me All Your Luvin" ließ sich die Popqueen von den Rap-Sängerinnen Nicki Minaj und M.I.A. begleiten. Letzere sorgte für den Mini-Skandal des Abends, als sie kurz den Stinkefinger zeigte.
Der Fernsehsender NBC, der die Veranstaltung übertrug, entschuldigte sich für das Vorkommnis. Die Verantwortlichen hätten nicht schnell genug auf die "spontane Geste" reagieren können, sagte ein Sprecher. Als unangebracht eingestufte Gesten werden normalerweise vom Sender herausgeschnitten, der dafür eine minimale Verzögerung in die Übertragung eingebaut hat. Vor acht Jahren hatte der Sänger Justin Timberlake bei der Halbzeitshow des Super Bowl seiner Kollegin Janet Jackson für den Bruchteil einer Sekunde die Brust entblößt. Der Vorfall wurde als "Nipplegate" bekannt. Beide sprachen später von einer Panne.
Zum Abschluss präsentierte Madonna ihren Hit "Like A Prayer" von 1989, bei dem sie von Cee-Lo Green und einem Gospel-Chor begleitet wurde. Tausende kleine Lichter erleuchteten das Stadion, bevor die Worte "World Peace" (Weltfrieden) vor dem dunklen Spielfeld aufleuchteten und Madonna selbst in einer Rauchwolke verschwand.
Im Internet stieß die Show auf Begeisterung. "Bejubelt die Königin, verbeugt euch, verbeugt euch", schrieb ein Fan über den Kurznachrichtendienst Twitter. Andere nannten die Show die beste in der Geschichte des Super Bowl. Der Kritiker der Zeitschrift "Entertainment Weekly", Ken Tucker, sprach von einer "fröhlichen, unironischen und offenherzigen" Darbietung.
Fünf Minuten lang wurden durchschnittlich 8000 so genannte Tweets pro Sekunde versandt, wie Twitter mitteilte. Dies wurde in den letzten drei Minuten des Finales noch übertroffen, als 10.000 Tweets pro Sekunde abgesetzt wurden - ein neuer Rekord. Die New York Giants besiegten die New England Patriots mit 21-17.


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