Ob „Das Geheimnis der Schwarzen Witwe“ oder „Im Bann der Schwarzen Witwe“, diverse Filmtitel verraten, wie es um den Ruf der Spinnenart bestellt ist: Spinnen, aber insbesondere die Schwarzen Witwen, sind vielen Menschen ein Gräuel. Kein Wunder, schließlich verspeisen die Spinnenweibchen dieser Art nach der Paarung auch die Männchen. Und sogar für den Menschen kann ihr Gift tödlich sein. Doch nun sollte die Schwarze Witwe selbst Angst bekommen – denn an der amerikanischen Westküste ist die Braune Witwe auf den Vormarsch und stiehlt ihrer schwarzen Artgenossin allmählich den Lebensraum.
Hausbesitzer in Südkalifornien müssen ständig aufpassen, dass sie nicht von einer Schwarzen Witwe gebissen werden. Die Spinne, deren Gift für den Menschen tödlich sein kann, hält sich gerne in Wohngegenden auf. Sie könnte nun aber von der Braunen Witwe, einer Konkurrentin aus der eigenen Gattung, verdrängt werden. Das haben Biologen der University of California in Riverside herausgefunden. Sie untersuchten diverse Orte in Südkalifornien, an denen sie die Schwarze Witwe vermuteten – ob in Stadtgebieten, auf Farmen oder im unerschlossenen Naturraum.
Sie kamen zu folgendem Ergebnis: Die Braune Witwe ist gehörig auf dem Vormarsch. An den insgesamt 72 untersuchten Orten entdeckten die Forscher 20 Mal so viele Braune wie Schwarze Witwen. „Braune Witwen sind innerhalb sehr kurzer Zeit äußerst präsent geworden“, so Studienleiter Richard Vetter gegenüber dem Wissenschaftsportal „Live Science“. „Dort, wo sich die Lebensräume überlappen, könnte die Schwarze Witwe sogar verdrängt werden.“
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Häufig spürten die Forscher die sich immer mehr ausbreitende Spinnenart unter Terrassentischen und –stühlen und in kleinen Hohlräumen von Wänden und Zäunen auf. Zwar müssen die Bewohner der amerikanischen Westküste nun aufgrund der zunehmenden Anzahl der Krabbeltiere auch mehr Spinnenbisse fürchten. Doch immerhin ist das Gift der Braunen Witwe weniger gefährlich als das ihrer schwarzen Schwesternart und sie taucht im Gegensatz zu ihr auch nicht in Wohnhäusern auf. Das berichteten die Wissenschaftler, deren Studienergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Journal of Medical Entomology” veröffentlicht wurden.
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Die der Familie der Haubennetzspinnen angehörende Braune Witwe ist in den USA schon lange heimisch, hat sich aber seit Mitte der 1990er Jahre verblüffend schnell ausgebreitet. An der amerikanischen Westküste tauchte sie erstmals im Jahr 2003 auf. Ursprünglich stammt sie aus Südafrika, wurde jedoch mittlerweile auf alle Kontinente eingeschleppt. Die Verbreitung der Spinnenart von Kontinent zu Kontinent erfolgt überwiegend durch Containerschiffe. Ihre rasche Ausbreitung innerhalb eines Landes ist auf den Warentransport mit Lastkraftwagen zurückzuführen.
Spinnen-Konkurrenz: Braune Witwe verdrängt Schwarze Witwe
Yahoo! Nachrichten – Mi., 4. Jul 2012Werden Sie ein Fan von Yahoo! Nachrichten auf Facebook
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