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    Weiter keine Einigung im Streit um Linken-Führung

    Lafontaine bereit zur Rückkehr - unter Bedingungen

    Die Linken-Spitze hat ihren Führungsstreit auf einer Krisensitzung noch nicht beigelegt und die Beratungen vertagt. Es soll dazu bis zum Wahlparteitag Anfang Juni weitere Gespräche geben, wie Parteichef Klaus Ernst in Berlin sagte. Bei dem Treffen erklärte Ex-Parteichef Oskar Lafontaine seine Bereitschaft zur erneuten Kandidatur für den Posten, lehnte eine Kampfkandidatur gegen seinen Widersacher Dietmar Bartsch aber ab.

    Ernst kündigte an, er wolle sich weiter um eine Parteiführung bemühen, die miteinander arbeiten kann. Dafür solle es Einzelgespräche geben, aber auch eine erneute Beratung des geschäftsführenden Vorstandes mit den Landesvorsitzenden. Eine solche Runde hatte bereits am Dienstag beraten. Es habe bei den viereinhalbstündigen Beratungen eine "sehr kulturvolle Debatte" gegeben, sagte Ernst. Er unterstützt Lafontaine und will für den Fall für dessen Kandidatur selbst auf eine erneute Bewerbung verzichten.

    Lafontaine sagte vor Beginn der Beratungen, seine Kandidatur für den Parteivorsitz sei an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Eine Kampfabstimmung wäre "nicht unbedingt krönender Abschluss meiner Karriere", sagte der 68-Jährige. Die künftige Führung müsse gut zusammenarbeiten. Er betonte zugleich, dass die Partei nach den jüngsten Wahlniederlagen in einer "schwierigen Situation" sei und sich jetzt ganz auf die 2013 anstehenden Wahlen in Niedersachsen und im Bund konzentrieren müsse.

    Der dem realpolitischen Flügel der Linken zugerechnete Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt, Matthias Höhn, sagte nach dem Treffen, es wäre "keine Katastrophe", wenn es auf dem Parteitag mehrere Bewerber gäbe. Die Partei werde sich an dieser Frage "nicht spalten".

    Die Vizepartei- und Fraktionschefin Sahra Wagenknecht kritisierte Lafontaines Gegner scharf. Es würden "haltlose Falschmeldungen lanciert", sagte sie im ZDF-"Morgenmagazin". Sie dementierte ausdrücklich Berichte, denen zufolge ihre Lebensgefährte Lafontaine sie als Fraktionsvorsitzende neben Gregor Gysi durchsetzen wolle.

    Die SPD kritisierte Lafontaine scharf. "Die Chancen stehen gut, dass Lafontaine die Linkspartei nicht nur gründet, sondern auch zu Grunde richtet", erklärte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. "Lafontaine möchte nicht nur der erste, sondern auch der letzte Parteivorsitzende der Linkspartei werden." Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) warnte die Linkspartei davor, sich von Lafontaine ein Comeback aufdrängen zu lassen. Dieser stelle sich ausgerechnet gegen den den "erfolgreichen Flügel" der Partei, sagte Thierse dem "Tagesspiegel".

    Der Führungsstreit bei den Linken hatte sich zuletzt wegen der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verschärft, bei der die Partei jeweils mit gut zwei Prozent gescheitert war. Gewählt wird die neue Führung auf dem Göttinger Parteitag Anfang Juni.

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