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    Spritpreise lassen Ruf nach höherer Pendlerpauschale lauter werden

    Berlin (dapd). Die Rufe nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale werden angesichts der Rekordpreise für Benzin lauter. ADAC, Bund der Steuerzahler und die Mittelstandsvereinigung BVMW forderten am Mittwoch eine Erhöhung um 10 auf 40 Cent pro Entfernungskilometer. Unterstützung erhielten sie aus der FDP, das Finanzministerium wies die Forderung dagegen zurück. Der Benzinpreis verharrte unterdessen auf dem Rekordniveau der vergangenen Tage.

    Die Politik müsse alles unternehmen, "damit für Millionen Menschen die Mobilität wieder bezahlbar wird", forderte der ADAC. "Besonders die Pendler leiden unter den weiterhin sehr hohen Sprit-Preisen", sagte Autoclub-Präsident Peter Meyer der "Bild"-Zeitung. Eine deutliche Erhöhung müsse "so schnell wie möglich auf die Agenda". Auf Nachfrage nannte der Verkehrsclub "mindestens 40 Cent" als Ziel.

    Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, sagte der "Bild"-Zeitung: "Die Kraftstoffpreise sind seit 2004 um ein Drittel gestiegen." Die Entfernungspauschale müsse deswegen auf 40 Cent steigen. 30 Cent reichten bei weitem nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Ein Pendler, der mit einem VW-Golf einen Arbeitsweg von 50 Kilometern zurücklegt, hat demnach tatsächliche Kosten von 4.466 Euro pro Jahr oder 41 Cent pro Kilometer. Absetzen darf er aber nur 3.300 Euro.

    Politik uneins

    Politische Unterstützung bekamen die Forderungen aus der FDP. "Dauerhaft höhere Benzinpreise rechtfertigen eine Anhebung der Pendlerpauschale", sagte FDP-Fraktionsvize Volker Wissing der "Rheinischen Post". Das Bundesverfassungsgericht habe festgelegt, dass die Pendlerpauschale erhöht werden müsse, wenn die Benzinpreise dauerhaft höher lägen als zum Zeitpunkt der Festlegung der Pauschale.

    Die Bundesregierung erwägt dagegen derzeit keine Erhöhung der Pendlerpauschale, wie eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte. Die Pauschale sei zudem vom Verkehrsmittel unabhängig. Auch die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn wandte sich gegen eine Erhöhung. "Sinnvoller wäre es, das Steuergeld zum Beispiel in den Ausbau des Nahverkehrs zu stecken", sagte sie der "Saarbrücker Zeitung".

    Der Präsident des Bundesverbands der Mittelständischen Wirtschaft, Mario Ohoven, forderte eine Entlastung der Pendler, nahm aber auch die Tankstellen in Schutz. Zusammengenommen belaufe sich deren Gewinn aus dem Spritgeschäft auf "etwa eine halbe Milliarde Euro. Dem Staat dagegen fließen jährlich über 40 Milliarden Euro aus der Mineralölsteuer zu", sagte Ohoven.

    Spritpreis bleibt hoch

    Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, zeigte sich Steuerentlastungen gegenüber skeptisch. Diese würden schnell gefordert, ergäben aber "wenig Sinn, da die Steuern zum größten Teil preisunabhängig sind", sagte die DIW-Expertin dem "Nordkurier".

    Die Preise für Benzin blieben am Mittwoch auf Rekordniveau. Der ADAC errechnete für die Mittagszeit einen Durchschnitt von 1,63 Euro pro Liter Super E10 und 1,52 Euro für Diesel. Sollten die Preise auf diesem Niveau bleiben, wäre es beim Benzin ein Rekord, hieß es dort.

    Beim Marktführer Aral hatte der Sprit am Vormittag im Schnitt sogar 1,643 Euro pro Liter Super E10 gekostet. Die häufiger verkaufte Sorte E5 schlug an der Zapfsäule mit 1,673 Euro zu Buche, Diesel mit 1,536 Euro. Der ADAC erklärte die Diskrepanz damit, dass in seine Rechnung auch billigere Tankstellen einflössen.

    Hintergrund der hohen Kosten sind dem Mineralölwirtschaftsverband MWV zufolge der Ölpreis und der schwache Euro. Für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent wurden am Nachmittag 121,81 Dollar fällig. Das ist zwar weniger als im Rekordpreisjahr 2008, damals war der Euro dem Dollar gegenüber aber deutlich stärker. In Euro sei ein Fass Rohöl heute einen Euro teurer als damals, erklärte der Verband. Das mache sich auch bei den Beschaffungskosten für Benzin bemerkbar, die in den vergangenen Tagen Rekordpreise erreicht hätten.

    dapd

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    9 Kommentare

    • prplrain  •  vor 3 Monaten
      Bei der ganzen Diskussion um die neuerlichen Spritpreise haben die Menschen in diesem Lande offensichtlich vergessen, wer mit verursacht hat, dass wir so hohe Benzinpreise haben. Es war doch die Rot-Grüne Chaoten Regierung die uns die Benzinsteuer drastisch erhöht hat. Typisch: Jetzt klagen und dann doch wieder diese Chaoten wählen.
      • Ulrich vor 3 Monaten
        wir hatten mal eine rot-früne regierung. fast alle waren damals mit der erhöhung des sprit- preis einverstanden. vielleicht hast du vergessen, das war vor ca 10 Jahren und hat der heutigen muschpoken regierung zum glanz verholfen, ich möchte nur 2 dinge erwähnen:
        der B...P.... Wulff und Griechenland. denk mal nach, bevor du dinge die 10 Jahre alt sind
        anklagst. schwarz-gelb hätten, wie beim atomstrom, das ja, wie beim atomstrom, zurück nehmen können - nein, dafür hat der gelbe guido den hotels die Mwst erniedrigt.
      • Sarah vor 2 Monaten
        Ist es denn verboten Steuern wieder zu senken???
    • Sarah  •  vor 2 Monaten
      Ha ha ha, den Teufel werden sie tun !
      Die schicken lieber noch 100 Milliarden nach sonstwo,
      bevor sie mal das eigene Volk entlasten, und schon mal gar nicht
      den Autofahrer, der sich ja diesen "Luxus" leisten kann.
    • Altenburger  •  vor 3 Monaten
      Also Herr Däke, 2004 hat der Liter Diesel nachweislich 75 Cent gekostet. D.h. der Sprit ist nicht um ein Drittel teurer geworden sonder um 100 %. Rechnen sollten Sie in Ihrem Amt schon können. Ausserdem geht es nicht um irgendwelche pauschalen, sondern um die tatsächlichen KFZ Kosten der Arbeitnehmer.
      Hohe oder noch höhere Spritpreise werden immer mehr zu Arbeitsplatzvernichtern. Das muß man erkennen.
    • Axel  •  vor 2 Monaten
      Ja isch denn scho wieda Wahlkampf?
    • Adolf  •  vor 3 Monaten
      Das ist der Preis - den die CDU außer 130 Milliarden euch bewappen läßt.
      Griechenland erhielt ab 2001 jedes Jahr Milliarden von der EU - Förderung - alles weg, alles in private Taschen verteilt. Und jetzt zahlt der deutsche Michel - Wer CDU wählt, wählt, Versklavung - Diebstahl - und Vergewaltigung des deutschen Steuerbürgers und unserer Kinder und Kindeskinder.
      Dreht die CDU und Schäuble durch den Wulff. - Wir brauchen keine Politiker, die grinsend unsere Steuermilliarden nach Griechenland schicken und uns fast 2€ Benzinpreise zahlen lassen. Wer sein Kreuz 2013 bei diesen Parteien macht, ist kein Deutscher.
    • Ludwig  •  vor 3 Monaten
      Die sollen einfach in einen bundesweiten Pendlerstreik treten, sonst aendert sich da nichts.
      • Sarah vor 2 Monaten
        Wenn Du Deinen Arbeitsplatz nicht brauchst, kannste ja mal anfangen und dann
        berichten, Schlaumeier.
      • Kramer Andreas vor 2 Monaten
        damit die usa der eu wirtschaft den dolchstoss versetzt? scheiss speklanten!
    • Mibi  •  vor 2 Monaten
      Es gibt denke ich nur zwei Wege aus diesem Problem. Entweder die senken die Steuern auf die Spritpreise, was nicht passieren wird. Oder der Preis muß so stark steigen, dass alles zum Stillstand kommt. Dazwischen gibt es keine Alternative. Höhere Pendlerpauschale führt zu anderen Preisanstiegen, welche dann mit anderen Gründen gerechtfertigt werden. Ich glaube nicht, dass es sich für den Autofahrer zum Gute wenden wird.Ich hatte vor mir in naher Zukunft ein neues Auto zu zulegen. Das wäre eine sehr dumme Investition gewesen. Liebe Autohersteller, es tut mir Leid, aber mit uns, dass wird wohl nichts mehr werden. Hihi.
    • olavi  •  vor 2 Monaten
      Am besten Generalstreik, auf allen Ebenen, an einem Tag. Wir sollen arbeiten, sollen konsumieren und sonst unsere Pflichten gegenüber Staat und Wirtschaft erfüllen, nur unsere mickrigen Löhne und Gehälter lassen sich nur einmal verteilen. Am besten wir machen es wie gewünscht, von den Grünen und ziehen alle in die Städte, lassen die Dörfer veröden, wie schon im Osten. Und stellen uns dann alle bei den Ämtern an und beantragen Wohngeldzuschuss. Ich nehme mal an, die Kostenexplosion bei den Mieten ist rasant, und da die Arbeit sehr häufig, nicht in der Nähe der Wohnung ist, melden wir uns dann bei den Arbeits- und Sozialämtern an etc. Gefällt das dem Bundes-Finanzminister so besser ? Ihr Säcke da oben, es reicht!!!
      • Thomas vor 2 Monaten
        Ich denke auch, dass wir alles mal lahm legen sollten. Keiner sollte mal eine Woche lang in die Arbeit gehen. Die Medien sollten doch die Leute mal aufrütteln. Aber solange wir uns alles gefallen lassen, werden die mit uns tun was sie wollen.
    • maurice d  •  vor 3 Monaten
      der Weg ist falsch! Gefordert werden muss eine Senkung der Preise durch Eindämmung der Spekulation auf Rohstoffe. dann muss man sich überlegen, warum diese idiotische Mobilität? Wenn man in der Nähe des Arbeitsplatz wohnt - und das kann man- braucht man kein Auto. Ich hab meins vor 15 Jahren verkauft und das Leben OHNE ist schön!
      Der Mobilitätswahn ist das Grundproblem. Leute bleibt zu Hause, lest ein Buch, beteiligt euch bei politischen Diskssionen, geht ins Konzert... Und hört auf dieses toxische Benzin zu kaufen.
      • Sarah vor 2 Monaten
        Dann freu Dich. Das geht aber nun mal nicht bei allen.
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