Die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet die Kreditwürdigkeit Deutschlands weiterhin mit der Topnote "AAA", den Ausblick mit "stabil". Die Agentur begründete dies damit, dass sich die deutsche Wirtschaft seit 2010 "relativ gut erholt" habe. Die Ratingagentur Moody's hatte in der vergangenen Woche den Ausblick für die Bonität Deutschlands wegen der Risiken im Zusammenhang mit der Eurokrise von "stabil" auf "negativ" zurückgestuft. Zugleich bestätigte die Agentur die Bestnote "AAA" für die Kreditwürdigkeit Deutschlands.
Deutschland verfüge über eine "moderne, stark diversifizierte und wettbewerbsfähige Wirtschaft", über eine "starke Stellung als Kreditgeber" sowie über eine "disziplinierte Haushaltspolitik", teilte S&P mit. Auch künftig werde der Staatshaushalt "mögliche wirtschaftliche und finanzielle Schocks verkraften".
Die Bonität Zyperns senkte S&P um eine weitere Stufe auf "BB". Die Agentur rechnet mit einem Hilfspaket für Zypern in Höhe von elf Milliarden Euro. Das entspreche 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Mittelmeerstaats. Den Ausblick für Zypern gab die Agentur wegen des zunehmenden Finanzierungsdrucks mit "negativ" an.
Zypern, Mitglied der Europäischen Union und der Eurogruppe, stellte Ende Juni einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF). Die Höhe des Kredits wurde bislang nicht offiziell mitgeteilt. S&P schätzt, dass die zyprische Staatsschuld 2012 und 2013 durchschnittlich um zwölf Prozent steigen und 2013 einen Rekordwert von 105 Prozent des BIP erreichen wird.
Die Agentur hatte Zypern wegen seines maroden Bankensektors bereits im Januar gleich um zwei Stufen auf das Ramschniveau "BB+" herabgestuft. Die zyprischen Banken sind vor allem wegen der schweren Krise der griechischen Finanzbranche in Bedrängnis.

