Die Gesamtlänge aller Staus auf deutschen Straßen ist in diesem Jahr nach einer Zählung des Automobilclubs ADAC auf 450.000 Kilometer gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr war dies eine Zunahme um etwa 50.000 Kilometer oder zwölf Prozent, wie der Verband mitteilte. Die Länge sämtlicher Staus sei inzwischen deutlich größer als die mittlere Entfernung zwischen Erde und Mond, die rund 384.400 Kilometer beträgt.
2011 registrierte der ADAC nach eigenen Angaben insgesamt 189.000 Staus, das waren 3000 mehr als 2010 und 48.000 mehr als 2009. Das Stau-Bundesland Nummer eins war demnach erneut Nordrhein-Westfalen (59.000 Staus), gefolgt von Berlin (30.000), Bayern (26.000) und Baden-Württemberg (18.000). Für seine jährliche Stau-Statistik wertete der Verband offizielle Verkehrsmeldungen der Polizei sowie Berichte von sogenannten Staumeldern und der ADAC-eigenen Straßenwacht aus.
Angesichts der regionaler Schwerpunktbildung forderte ADAC-Präsident Peter Meyer von der schwarz-gelben Bundesregierung in Berlin ein Umsteuern in der Straßenbaupolitik. "Die Politik hat sich in der Vergangenheit vor allem auf den Aufbau Ost konzentriert. Jetzt müssen wir prüfen, welche Autobahnen im Westen dringend ausgebaut werden müssen", erklärte er am Donnerstag in München.
In der "Welt" forderte Meyer, dass Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die seinem Etat für 2012 zugesprochene zusätzliche eine Milliarde Euro für Verkehrsprojekte bevorzugt zur Sanierung maroder Fernstraßenbrücken verwenden solle. Momentan seien insgesamt rund 300 Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen baufällig, sagte er der Zeitung. Ramsauer sprach sich gegen eine generelle Umschichtung zugunsten von Baumaßnahmen in Westdeutschland aus. "Wir müssen nach Bedarf und nicht nach Himmelsrichtung investieren", sagte der Minister der Zeitung.


8 Kommentare