Düssdeldorf/München (dapd). Die Überlegungen zur Aufspaltung von Banken finden wenig Zustimmung. Nach der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat sich auch die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag dagegen ausgesprochen. Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers Ende 2008 habe "klar gezeigt, dass eine Aufspaltung nicht zur Problemlösung beiträgt", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Michael Meister (CDU), dem Magazin "Euro am Sonntag".
Meister erklärte, das deutsche Bankensystem mit seinen drei Säulen aus Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken habe sich in der Bankenkrise als robust herausgestellt. Allerdings müssten sich die Geldinstitute wieder als Dienstleister für die Volkswirtschaft verstehen. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen entsprechend neu gestalten, "um die Banken auf diese dienende Kernaufgabe zurückzuführen", sagte Meister. Nötig sei hierfür eine höhere Eigenkapital-Unterlegung.
Für DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker wäre eine Bankenspaltung "nicht nur ein unzulässiger Eingriff in das Eigentumsrecht der Aktionäre, sondern würde zudem keines der aktuellen Probleme lösen". Ihm sei schleierhaft, was die Schaffung weiterer reinrassiger Investmentbanken bringen solle. Wie Meister argumentierte Hocker, das deutsche Universalbankensystem habe die Privatbanken vor einem tieferen Absturz bewahrt.
Die Debatte um eine Trennung des Investment-Bankings vom Firmen- und Privatkundengeschäft hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel eröffnet. Auch CSU-Chef Horst Seehofer regte daraufhin an, über eine Trennung von Investmentbanken und klassischen Geschäftsbanken nachzudenken.
dapd


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