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    Rebellen drängen angeblich Armee in Damaskus zurück

    Berichte über schwere Kämpfe in Syriens Hauptstadt

    In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben bewaffnete Regierungsgegner nach eigenen Angaben die Armee aus zwei Vierteln zurückgedrängt. Heftige Kämpfe gab es auch in anderen Teilen der Stadt. Im Ringen um eine Resolution des UN-Sicherheitsrats warf Russland dem Westen "Erpressung" vor.

    Der Sprecher des Militärrats der Aufständischen für das Gebiet Damaskus, Ahmad al-Chatib, sagte, die beiden regierungsfeindlichen Stadtteile Midan im Süden und Tadamon im Osten seien nicht länger unter Kontrolle der Regierungstruppen. Die Armee beschieße die Viertel jetzt "von außen".

    Bei Kämpfen in den beiden Vierteln wurden nach Angaben der den Regierungsgegnern nahestehenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London sieben Menschen, darunter sechs Zivilisten getötet. Die Angaben ließen sich unabhängig nicht überprüfen. Seitens der syrischen Behörden gab es keinen Kommentar.

    Unter anderem aus den Vierteln Kafar Susse im Westen und Dschobar im Osten wurden schwere Gefechte zwischen den Regierungstruppen und der aus Deserteuren und Rebellen bestehenden Freien Syrischen Armee gemeldet. Zuvor hatte die Beobachtungsstelle berichtet, erstmals hätten Panzer- und Transportfahrzeuge der Armee im Viertel Midan nahe dem Stadtzentrum Stellung bezogen.

    Die regierungsnahe Zeitung "Al-Watan" erschien mit der Schlagzeile "Damaskus werdet ihr nie bekommen". Sicherheitskräfte seien mit Unterstützung der Armee seit 48 Stunden im Einsatz, um die "terroristischen Banden" zu bekämpfen. Aus anderen Landesteilen wurden ebenfalls neue Gefechte gemeldet, darunter aus den Städten Katana und Homs sowie den Regionen Aleppo, Hama und Deir Essor.

    Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sprach von einer "Bürgerkriegssituation" in Syrien und rief alle Konfliktparteien auf, internationales humanitäres Recht zu wahren. Wird dagegen verstoßen, kann dies als Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewertet werden. Den Verantwortlichen droht internationale strafrechtliche Verfolgung.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf dem Westen "Erpressung" beim Bemühen um eine Resolution des UN-Sicherheitsrats vor. Der Westen habe damit gedroht, eine Verlängerung des Mandats für die UN-Beobachtermission in Syrien zu verweigern, sollte Russland eine Resolution mit der Androhung von Sanktionen gegen Syrien nicht unterstützen, sagte er.

    Am Dienstag will der Syrien-Sonderbeauftragte Kofi Annan in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenkommen. Die Europäische Union will nach Angaben von EU-Diplomaten bei einem Treffen der EU-Außenminister am kommenden Montag in Brüssel ihre Strafmaßnahmen gegen Syrien erneut verschärfen.

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