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    Waffenruhe in Syrien hält nicht einmal den ersten Tag

    Tote und Verletzte bei Autobombenanschlag in Damaskus

    Die in Syrien vereinbarte Waffenruhe hat nicht einmal den ersten Tag überstanden: In der Hauptstadt Damaskus explodierte eine Autobombe, durch die mindestens fünf Menschen getötet und dutzende weitere verletzt wurden, wie das Staatsfernsehen und Aktivisten übereinstimmend berichteten. Schon zuvor wurde die Feuerpause in vielen Landesteilen gebrochen, dutzende Menschen sollen bei Anschlägen und Kämpfen getötet worden sein.

    Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zählte bis Freitagabend landesweit mindestens 47 Tote. Wie auch das Staatsfernsehen berichtete sie bei der Autobombe im südlichen Hauptstadtviertel Daf Schawk von fünf Toten und 32 Verletzten, darunter mehrere Kinder.

    Die amtliche Nachrichtenagentur Sana sprach von einem "Terroranschlag". Nach Angaben aus syrischen Sicherheitskreisen war das Ziel ein Wohngebäude, in dem Polizisten und ihre Familien leben. Die Kinder unter den Verletzten hätten auf der Straße gespielt, als die Bombe explodierte. Laut Beobachtungsstelle wurden durch den Anschlag auch "zahlreiche Häuser" in naher Umgebung zerstört.

    Der Freitag war der erste Tag des muslimischen Opferfestes Eid al-Adha. Die Konfliktparteien hatten auf Initiative des internationalen Syrien-Gesandten Lakhdar Brahimi eigentlich in eine Feuerpause aus Anlass des Festes eingewilligt, die bis Montag dauern soll. Strikt abgelehnt hatte die Feuerpause aber die islamistische Rebellengruppe Al-Nusra-Front.

    Schon vor dem Anschlag von Damaskus zeigten sich Brüche der Waffenruhe in mehreren Landesteilen, auch wenn es laut der Beobachtungsstelle zunächst "weniger Gewalt und weniger Opfer als üblich" gab. In der Rebellen-Hochburg Harasta nahe Damaskus und in Erbin im Großraum der Hauptstadt starben demnach durch Granatbeschuss und Heckenschützen der Regierungstruppen drei Menschen. In der südlichen Stadt Daraa seien drei Soldaten getötet und acht weitere verletzt worden, als eine Autobombe an einer Straßensperre explodierte.

    Der türkische Nachrichtensender NTV berichtete zudem von Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen nahe der Grenze zur Türkei. Der Oberkommandeur der Freien Syrischen Armee (FSA), General Mustafa al-Scheich, sagte der Nachrichtenagentur AFP per Telefon aus der Türkei, in mehreren Regionen hätten Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen. Auch in Tall Klach an der Grenze zum Libanon gab es Zusammenstöße.

    Die syrische Armee erklärte, sie habe auf "Verletzungen" der Feuerpause durch "bewaffnete terroristische Banden" reagiert. Demnach gab es Angriffe gegen Armeestellungen und Straßensperren in Deir Essor im Osten des Landes, in Daraa im Süden und Idleb im Nordosten sowie in der Hauptstadt-Provinz Damaskus.

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