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    Syrischer Präsident Assad will im Amt bleiben

    Beirut (dapd). Der syrische Präsident Baschar Assad hat zehn Monate nach Beginn der Proteste gegen sein Regime einen Rücktritt abermals ausgeschlossen. Er genieße noch immer die Unterstützung seines Volkes, sagte Assad am Dienstag und machte gleichzeitig erneut eine "ausländische Verschwörung" und Terroristen für die andauernde Gewalt im Land verantwortlich.

    Unterdessen wurden im Osten der Landes erneut mindestens zehn Demonstranten von Sicherheitskräften erschossen. In Nordsyrien wurden bei einem Angriff auf ein Fahrzeug der Arabischen Liga zwei kuwaitische Beobachter leicht verletzt. Die Arabische Liga drohte mit der Unterbrechung der Beobachtermission.

    "Unsere Priorität ist jetzt, die Sicherheit wiederherzustellen, die wir seit Jahrzehnten genießen konnten", sagte Assad in seiner ersten Rede seit vergangenem Juni. "Und das kann nur erreicht werden, wenn wir die Terroristen mit eiserner Hand schlagen", sagte Assad in seiner zweistündigen Rede an der Universität der Hauptstadt Damaskus.

    Gleichzeitig kündigte er für März ein Referendum über eine neue Verfassung an. Derzeit ist darin seine Baath-Partei als Staatsführung festgeschrieben. Assad betonte außerdem, dass Reformen im Land umgesetzt würden. Diese seien aber nicht dem Druck der Protestbewegung geschuldet, sagte Assad. "Wenn eine Reform erzwungen wird, wird sie scheitern. Reform ist für uns ein natürlicher Weg." Seit Beginn der Proteste im vergangenen März war Assad nur vier Mal öffentlich aufgetreten.

    Regimegegner verurteilten Assads Rede am Dienstag scharf. "Die Rede hat nichts Neues gebracht, das die Krise und ihre Folgen beenden könnte", sagte der bekannte Oppositionelle Hassan Abdul Asim. Der Aktivist Abu Hamsa warf Assad vor, die Augen vor den tatsächlichen Verhältnissen zu verschließen. "Baschar ist komplett von der Realität entrückt, als ob er über ein anderes Land als Syrien sprechen würde."

    Auch gegenüber der Arabischen Liga, deren Beobachtermission derzeit die Umsetzung eines von ihr vermittelten Friedensplans untersucht, teilte Assad aus. "Die Arabische Liga scheitert seit 60 Jahren daran, arabische Interessen zu schützen. Es sollte uns nicht überraschen, wenn sie auch heute scheitert", sagte der Präsident. Der Staatenbund hatte die Mitgliedschaft Syriens ausgesetzt - ein schwerer Schlag für das Land, das sich selbst als Machtzentrum des arabischen Nationalismus versteht.

    Am Tag der mit Spannung erwarteten Rede Assads erschossen Angehörige syrischer Sicherheitskräfte im Osten des Landes erneut mindestens zehn Menschen. Die Schüsse fielen nach Angaben von Aktivisten in der Ortschaft Deir el Sur am Euphrat ungeachtet der Anwesenheit der Beobachter in der Region.

    Eine andere Gruppe von Beobachtern der Arabischen Liga wurde am Montag in der Stadt Latakia im Norden Syriens angegriffen. Nach Angaben der kuwaitischen Nachrichtenagentur KUNA hätten "unbekannte Demonstranten" in der Stadt Latakia ein Fahrzeug der Beobachterkolonne umringt. Dabei seien zwei kuwaitische Offiziere leicht verletzt worden. Aus einem im Internet verbreiteten Video geht hervor, dass es sich bei den Demonstranten offenbar um Anhänger des Präsidenten Assad handelte.

    Unterdessen hat der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Elarabi, mit dem Abbruch der Mission gedroht. Die syrischen Streitkräfte müssten für die Sicherheit der Beobachter garantieren. Elarabi forderte sowohl die Regierung als auch die Opposition auf, die Eskalation der Gewalt zu beenden, damit die Arabische Liga nicht gezwungen würde, "die Mission einzufrieren", wie Elarabi sagte.

    Seit Beginn der Unruhen kamen nach Schätzungen der UN mehr als 5.000 Menschen ums Leben. Nachdem in den vergangenen Monaten auch immer mehr Regimegegner zu den Waffen gegriffen hatten, nahm die Gewalt in dem Konflikt weiter zu. Das Blutvergießen im Land setzte sich auch nach der Zustimmung Syriens zum Friedensplan der Arabischen Liga fort.

    © 2012 AP. All rights reserved

     

    2 Kommentare

    • charlymann  •  vor 4 Monaten
      Wenn Assad geht kommt El Kaida!
      • Keywan Omid vor 4 Monaten
        AL-Kaida = CIA /Pentagon/USA
        Solange Assad regiert brauchen sich die Syrer keine Sorgen um Al-Kaida zu machen.
    • Philosoph  •  vor 4 Monaten
      Die Rechtsgrundlage der Syrischen Verfassung ist die Schari'a. Assad lässt foltern, schießen und die eigene Bevölkerung weiter abschlachten, nur um mit aller Gewalt an der Macht zu bleiben. Die Beobachter werden getäuscht und belogen, und letztendlich ist sowieso der "böse Westen" für alles verantwortlich!
      • W D vor 4 Monaten
        Ihrem Namen machen Sie mit solch einem Posting keine Ehre Sie Schlaumeier.
        Die syrische Verfassung hat mit der Scharia NICHTS gemeinsam. Seine Gründe für dieses Foltern, Morden und mit Gewalt an der Macht zu bleiben liegt in 2 Gründen. 1. Die Assad-Bande hat sich alle wirtschaftlichen Bereiche widerrechtlich und mit Gewalt an den Nagel gerissen. Wie viel sie genau besitzen ist nicht annähernd bekannt. Alleine in der Schweiz hatte Bashar Al Assad 17 Mil. €. Sein Cousin Ramy Makhlouf ist zig Mil. € schwer. Geld das dem syrischen Volk gehört und vielen Geschäftsmännern durch Betrug und Gewalt entwendet wurde. Der 2. Grund liegt an der geographischen Lage zu Israel. Assad und Ramy Makhlouf sagten schon zu begin der Revolution, dass sie, die Assads & Familie, der Garant für die Ruhe mit Israel sind. Deswegen zögert auch der Westen für eine ernsthafte Lösung in diesem Konflikt. Schließlich darf die halbe Menschheit verrecken, Hauptsache Israel ist sicher. Das syrische Volk wird aber siegen und es wir demokratisiert, ob es einige wollen oder nicht - das war die letzte Rede dieses Verbrechers.
      • Philosoph vor 4 Monaten
        @W D...
        Die Rechtsgrundlage der Verfassung ist laut Artikel 3 die Schari'a als Hauptquelle der Gesetzgebung. (Wikipedia)
        Das islamische Gesetz (Scharīʿa) muss als Hauptquelle der Gesetzgebung in Syrien betrachtet werden da u.a. der gleiche Status aller Religionen durch die Bestimmung relativiert wird, dass der Präsident Moslem sein muss.
        Ansonsten folge ich ihren Ausführungen. (Der rote Daumen ist für ihr Halbwissen)
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