Am Tag vor der Rückkehr von Wladimir Putin ins russische Präsidentenamt wollen seine Unterstützer zu Tausenden in Moskau demonstrieren. Die Gesamtrussische Volksfront (ONF), ein Zusammenschluss von Kreml-treuen Verbänden, Unternehmen und Gewerkschaften, kündigte für Sonntag eine Kundgebung von 50.000 Menschen an der Gedenkstätte Poklonnaja Gora an. Für denselben Tag hatte zuvor bereits die Opposition einen "Marsch der Millionen" gegen Putin angemeldet. Nach langen Verhandlungen erlaubte die Moskauer Stadtverwaltung aber nur eine Kundgebung mit maximal 5000 Teilnehmern.
Die Volksfront brauchte für ihre Massenkundgebung dagegen keine Genehmigung: Sie wurde offiziell nicht als Demonstration, sondern als "Feier" deklariert, mit der der Verband an seine Gründung durch Putin vor einem Jahr erinnern will. Der Behördenvertreter Alexej Majorow sagte der Nachrichtenagentur Interfax, es handele sich um eine "Kulturveranstaltung". Zu einem Aufruf der Opposition, nach der genehmigten Kundgebung noch auf den Manegenplatz gegenüber dem Kreml zu ziehen, sagte er, die Organisatoren seien offiziell davor gewarnt worden.
Putin war im März in einem von Betrugsvorwürfen überschatteten Urnengang erneut zum Präsidenten gewählt worden. Er hatte das Amt bereits von 2000 bis 2008 inne, durfte dann jedoch nicht für eine dritte Amtszeit hintereinander antreten. Am Montag wird er im Kreml erneut vereidigt.


