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    Teenager mit Diabetes: Stark verändertes Essverhalten kann auf gefährliche Störung hinweisen

    Teenager mit Diabetes Typ 1 können eine besonders gefährliche und wenig bekannte Ess-Störung entwickeln: Diabulimie. Jugendliche nehmen eigenmächtig und gegen die ärztliche Empfehlung weniger Insulin zu sich, um Gewicht zu verlieren. „Wenn ein Heranwachsender, der unter Diabetes Typ 1 leidet, unerklärliche Gewichtszunahme oder -abnahme zeigt, ungern mit der Familie zusammen isst und auch vermeidet, in Gegenwart von anderen Insulin zu nehmen bzw. zu injizieren sowie sich fast nur noch mit seinem Körper, Gewicht und Essen beschäftigt, sollten Eltern aufmerksam werden und den Jugendarzt informieren“, rät Dr. med. Dipl.-Psych. Harald Tegtmeyer-Metzdorf, Kinder- und Jugendarzt sowie Sprecher des Ausschusses für Psychosomatik und Psychotherapie im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Längerfristig kann dieses Verhalten zu frühzeitigen Diabeteskomplikationen wie Erblindung und einer verkürzten Lebenserwartung führen.

    Mediziner wurden auf diese Form von Ess-Störung aufmerksam, da ihnen eine zunehmende Anzahl von Heranwachsenden mit Diabetes - vor allem junge Frauen - auffiel, die über Magen- und/oder Nervenleiden klagten oder häufige Episoden von Ketoazidose erlitten – eine Entgleisung des Stoffwechsels durch Übersäuerung. All diese Komplikationen treten normalerweise bei Diabetespatienten erst im Laufe von Jahrzehnten auf. „Junge Diabetes-Patienten müssen sich mehr als ihre Altersgenossen mit Ernährung, Gewicht und körperlicher Aktivität befassen und ihren Therapieplan streng einhalten. Das ist eine schwere Aufgabe. Viele jungen Menschen haben vor der Diagnosestellung ‚Diabetes Typ 1‘, u.a. durch Flüssigkeitsverlust abgenommen und werden mit Beginn der Therapie zunächst wieder dicker. Dadurch kann sich eine ‚Gewichtsphobie‘ entwickeln. Eine Insulinreduktion, so genanntes ‚Insulin-Purging‘, erscheint dann oftmals als der erfolgreichere Weg, um Pfunde zu verlieren“, warnt Dr. Tegtmeyer-Metzdorf. Wissenschaftler gehen davon aus, dass betroffene Jugendliche am besten von einem interdisziplinären Team u.a. mit einem Ernährungsberater, Psychotherapeuten sowie Endokrinologen/Diabetologen betreut werden.

    Als Hausarzt bis zur Volljährigkeit nimmt der Pädiater für den Jugendlichen eine wichtige Lotsenfunktion ein: Er unterstützt ihn sowie seine Familie bei der optimalen Blutzuckereinstellung, er koordiniert die Betreuung durch die verschiedenen Experten und den Übergang in die Erwachsenenmedizin, er erkennt auch psychische Fehlentwicklungen und kann ggf. Hilfen organisieren.

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    Quellen: MedpageToday, World J Diabetes, Der Nervenarzt

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