Berlin (dapd). "Erkennst du deinen Schlumpf" hieß die erste Schlümpfe-Serie, die vor 30 Jahren in deutschen Überraschungseiern zu finden war. Seither hat es zahlreiche weitere Serien gegeben, jede ein bisschen anders. Für Liebhaber ein wahres Paradies. Denn was ursprünglich als Kinderspielzeug gedacht war, ist längst zu einem begehrten Sammlerobjekt geworden.
André Feiler kennt sich bei den Schlümpfen und den anderen Ü-Ei-Figuren bestens aus. Seine eigene Kollektion hat er zwar vor längerer Zeit verkauft. "Ganz konnte ich die Finger aber doch nicht von den kleinen Plastikfiguren lassen", sagt Feiler der Nachrichtenagentur dapd. Heute vertreibt er die Sammlerobjekte und gibt mit seiner Feiler Verlagsgesellschaft den jährlich erscheinenden Preiskatalog für Überraschungsei-Figuren heraus. Der "O-Ei-A" ist für Liebhaber ein wichtiges Nachschlagewerk. Schließlich sind die meisten Figürchen weit mehr wert als das Schokoladen-Ei, dem sie entstammen.
Bei den mindesten 50.000 Sammlern, ein Großteil davon erwachsene Männer, sind die blauen Kerle trotz oder gerade wegen steigender Preise nach Feilers Aussage besonders beliebt. Insbesondere in den vergangenen Jahren sei aus der Schlumpf-Sammlerei beinahe eine Wissenschaft geworden. Gab es früher zahlenmäßig mehr Sammler, die dies jedoch nur nebenbei betrieben, seien die Liebhaber von heute mit viel Ausdauer und Fachwissen dabei. Wer heute ernsthaft einsteigen will, kann gut und gerne 5.000 Euro für einen blauen Kerl bezahlen, für Anfänger gibt es auch welche für 60 Euro.
"Der Schlumpf hat einen Sonderstatus bei den Überraschungs-Ei-Figuren und bei den Sammlern", sagt Feiler. Grund dafür sei auch die Strategie Ferreros. "Bei der ersten Schlumpf-Serie 1981 wurde erstmals ein Beipackzettel hinzugefügt, auf dem sämtliche Figuren abgebildet waren", sagt Feiler. Damit habe der Käufer zum ersten Mal gewusst, wie viele Teile die Serie hat. "Mit der Vielfalt der verschiedenen Figuren begann die Sammelwut." Auch die teuerste und bisher nur einmal erschienene Hartplastikfigur aus dem Hause Ferrero ist ein Schlumpf. Für diesen bot ein Liebhaber zuletzt 12.000 Euro.
Im Internet finden sich unzählige Sammlerportale und Foren, auf denen sich die Liebhaber über ihre Schlümpfe austauschen. So findet der Interessierte etwa Schlumpftabellen, die eine Übersicht der Serienvarianten zeigen. Eine dieser Listen beinhaltet mehr als 70 Form- und rund 100 Farbvarianten. "Am Anfang hatten die Serien unendlich viele Versionen", sagt Feiler. Das Plastik, die Bemalung und die Formen seien bei fast jeder Figur leicht unterschiedlich gewesen. Demnach sei es fast unmöglich, alle Varianten zu besitzen.
Noch dazu habe es zu Anfang in den Ländern auch Unterschiede gegeben. "Früher waren die Überraschungseier in der Tat in jedem Land mit ihren landeseigenen Figuren befüllt. Heute ist das größtenteils vereinheitlicht", sagt Feiler. Trotzdem habe es die letzte Schlumpf-Serie nur in Italien und nicht in Deutschland gegeben. "2010 gab es die blauen Kerle in den Überraschungseiern in Italien - erstmals mit dem Bösewicht Gargamel", sagt Feiler. Noch ist diese Figur weitverbreitet, aber vielleicht wird der gar nicht blaue Schlumpf irgendwann zum teuersten Objekt.
Fans der Schlümpfe können die Comicfiguren ab 4. August in 3D auf der Kinoleinwand bewundern. Zur Werbung für "Die Schlümpfe" erklärten die Produktionsfirmen Sony und Columbia Pictures den 25. Juni zum Welt-Schlumpf-Tag. Am Geburtstag des Schlümpfe-Erfinders Peyo soll unter anderem ein Weltrekord für die größte Ansammlung von als Schlümpfen verkleideter Menschen aufgestellt werden.
dapd


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