London/Oberursel (dapd). Der angeschlagene britische Reiseveranstalter Thomas Cook weitet trotz guter Geschäfte in Deutschland seine Verluste aus: Im Zeitraum Oktober 2011 bis März 2012 stieg der Verlust um umgerechnet 124 Millionen Euro. Der große Konkurrent des deutschen TUI-Konzerns hat nach Angaben vom Freitag aus London weiter Absatzprobleme in den meisten Märkten und leidet unter der Buchungsschwäche für Ziele in Nordafrika. Dazu kam ein Verlust von zwölf Millionen Euro im neu erworbenen Russland-Geschäft. Insgesamt verlor Thomas Cook im saisonal immer negativen Winterhalbjahr 263 Millionen Euro.
Der Konzern verkaufte laut Mitteilung 17 Flugzeuge an Finanzinvestoren und mietete die Jets zurück. Mit dem Geschäft fließen Thomas Cook 227 Millionen Euro zu. Die Buchungen für das wichtige Sommergeschäft sind weiter rückläufig.
Das Unternehmen mit deutschem Sitz im hessischen Oberursel (Neckermann-Reisen) steckt in der Krise. Die Verluste vor Steuern stiegen von Oktober bis Dezember 2011 um mehr als 50 Prozent auf 181 Millionen Euro.
Die deutschsprachigen Märkte von Thomas Cook (Zentraleuropa mit Deutschland, Österreich und der Schweiz) entwickeln sich dagegen positiv. Sowohl im Winter als auch in der laufenden aktuellen Sommersaison liegt der Umsatz über dem Vorjahr, wie die deutsche Tochter mitteilte. In der Wintersaison stiegen die Verkaufspreise um vier Prozent, die Buchungen gingen um drei Prozent zurück. Für die Sommersaison erhöhten sich Buchungen und Preise um je ein Prozent.
Der neu zugeschnittene Bereich Zentraleuropa mit den deutschsprachigen Märkten plus Osteuropa und Russland machte einen saisonüblichen Verlust von 21 Millionen Britischen Pfund. Davon entfielen zehn Millionen Pfund auf das zugekaufte russische Geschäft.
dapd


