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    Tierschützer Watson von Deutschland "tief enttäuscht"

    Kanadier fürchtete Auslieferung an Japan

    Der aus Deutschland geflohene Tierschützer Paul Watson ist "tief enttäuscht" von der deutschen Regierung. Sie habe sich mit Japan und Costa Rica zusammengetan, um ihn festzunehmen und letztlich an Japan auszuliefern, hieß es in einer Erklärung Watsons, die auf der Internetseite seiner Walschutzorganisation Sea Shepherd veröffentlicht wurde. Dabei seien Deutschland und Costa Rica nur "Spielfiguren" im Plan der Japaner, Sea Shepherd "zum Schweigen zu bringen". "Es ging nie wirklich um Costa Rica, es ging immer um Japan", erklärte Watson.

    Watson war Mitte Mai mit einem internationalem Haftbefehl am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Das Frankfurter Oberlandesgericht setzte die gegen ihn verhängte Haft aber gegen eine Kaution von 250.000 Euro und strenge Auflagen außer Kraft. Der 61-jährige Kanadier durfte Deutschland nicht verlassen und musste sich regelmäßig bei der Polizei melden. Am Mittwoch wurde dann Watsons Flucht aus Deutschland bekannt. Über seinen derzeitigen Aufenthaltsort ist nichts bekannt. Seinen Unterstützern teilte Watson mit, er befinde sich an einem "sicheren Ort" und "weit weg von den intriganten Ländern".

    Nach Angaben von Sea Shepherd floh Watson, weil er im Zusammenhang mit seiner geplanten Abschiebung nach Costa Rica auch einen Auslieferungsantrag Japans fürchtete. Dass ein solcher Antrag tatsächlich vorlag, bestätigte die japanische Botschaft in Berlin. Watson warf Japan in seiner Erklärung vor, es gehe dem Land nicht um "Gerechtigkeit", sondern um "Rache". Falls er nach Japan ausgeliefert werde, werde er "nie wieder freigelassen".

    Einsätze gegen Japans Walfangflotte sind ein Schwerpunkt der Aktivitäten von Sea Shepherd. Costa Rica wirft Watson Behinderung der Schifffahrt vor. Dabei geht es um eine Aktion aus dem Jahr 2002, als Watsons Organisation vor der Küste Guatemalas einen Dokumentarfilm über die Jagd auf Haie drehte.

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