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    Neue Sicherheitsdebatte nach Schüssen auf Staatsanwalt

    Ministerin: Gerichte nicht zu "Trutzburgen" ausbauen

    Die tödlichen Schüsse auf einen Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht haben eine Debatte über die Sicherheitsvorkehrungen in Gerichtsgebäuden ausgelöst. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) kündigte in München an, ihr bisheriges Sicherheitskonzept überprüfen zu wollen. Der 54-jährige Schütze soll dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, ihm wird im Haftbefehl Mord und versuchter Mord vorgeworfen.

    Rudolf U. stand am Mittwoch in Dachau wegen der Vorenthaltung von 44.000 Euro an Sozialbeiträgen vor Gericht. Während der Verurteilung zu einem Jahr Haft auf Bewährung zog er plötzlich seine Pistole und schoss zunächst auf den Richter. Nachdem er diesen verfehlt hatte, zielte er auf den 31-jährigen Staatsanwalt und verletzte diesen tödlich.

    Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II, Andrea Titz, sagte, wird der Haftbefehl gegen U. auf Mord und - wegen der Schüsse auf den Richter - auch auf versuchten Mordes lauten. Laut Titz verweigerte der insolvente Unternehmer bei der Befragung durch die Polizei die Aussage.

    Zwei Zollbeamte, die als Zeugen gegen U. ausgesagt hatten, hatten diesen nach den Schüssen überwältigt. Titz sagte, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass dieser noch weiter schießen und einen Amoklauf verüben wollte.

    Bereits 2009 hatte in Landshut in einem Erbstreit ein Mann vor Gericht zuerst seine Schwägerin erschossen und sich danach selbst das Leben genommen. Danach begann Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) mit der Umsetzung eines neuen Sicherheitskonzepts.

    Merk verteidigte dieses Konzept vor Journalisten. Es sei gemeinsam mit den Gerichtspräsidenten nach Landshut eine ganz umfangreiche Diskussion darüber geführt worden, welche "Sicherheitsvorkehrungen wir für Justizgebäude brauchen und welche wir wollen". Es habe dann einen "breiten Konsens" gegeben, dass die Gerichte nicht zu "Trutzburgen" ausgebaut werden sollen und die Gerichte sich nicht abschotten wollen.

    Merk sagte, als Folge von Landshut habe jede bayerische Justizbehörde ein eigenes Sicherheitskonzept erstellen müssen. Eine permanente Einlasskontrolle gebe es aber unter den 215 bayerischen Justizgebäuden nur bei den Gerichten in München, Nürnberg, Würzburg und Augsburg.

    Dafür seien aber in den vergangenen Jahren über 3,6 Millionen Euro in bauliche Sicherheitsmaßnahmen geflossen. "Ich möchte damit sagen, dass nach der Bluttat in Landshut dieses keineswegs in Vergessenheit geraten ist, sondern wir permanent dieses Thema Sicherheit behandeln", sagte Merk. Es sei aber "schier unmöglich", eine absolute Sicherheit zu garantieren.

    Merk kündigte dennoch an, sich in der nächsten Woche mit den Vertretern der Personalvertretungen treffen zu wollen. Dabei werde dann ganz intensiv darüber diskutiert, ob der Konsens aufrecht erhalten bleibe, die Gerichte möglichst offen zu halten. Der Münchner Generalstaatsanwalt Christoph Strötz lehnte im Bayerischen Rundfunk eine deutliche Verschärfung der bestehenden Schutzmaßnahmen ab.

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    28 Kommentare

    • Erwin Lindemann  •  vor 3 Monaten
      Die Kuscheljustiz wird nicht verhindern können, was ohnehin in Mode ist. Ein "Du Du mit Bewährung" kann man auch open air verhängen.
    • Lupuswdg  •  vor 4 Monaten
      Solche Taten können auch durch Erhöhung der Sicherheitsbedingungen normalerweise nicht verhindert werden.
    • Mike  •  vor 4 Monaten
      Ich denke jeder hier im Forum der noch nie mit der bayerischen Justiz zu tun hatte, sollte sich grundsätzlich die Kommentare hierzu sparen denn sie Wissen nicht wovon sie reden bzw. schreiben. Die Redewendung " in Bayern ticken die Uhren etwas anders" kommt immerhin nicht von ungefähr. Wer hier schon seine Erfahrungen mit Richtern und Staatsanwälten gemacht hat muß sich ernsthaft fragen... "wer sind eigentlich die größeren Verbrecher, die im Knast sitzen oder die, die sie dort hingeschickt haben".
      Rechtsbeugungen sind hier an der Tagesordnung. Es gab hier im Ort einen Richter der sich öffentlich in der Presse geäußert hat: " gegen mich gehen täglich dutzende Strafanzeigen ein, das stört mich überhaupt nicht". Und solche Gestalten können sich noch während einer Gerichtsverhandlung selbst als unbefangen erklären, wahnsinn.
      • Guido vor 4 Monaten
        Biermösl Blosn - mal reinhören. Die können dasThema "Bayrische Justiz" gut und lustig beschreiben.
      • Erwin Lindemann vor 3 Monaten
        Bayern ist sowas von Folter!
    • Yahoo! Benutzer  •  vor 4 Monaten
      Es gibt tausenden von angenommen RICHTERN in DE, die ungerecht im Name des Volkes bestrfaen!, kein Wunder das sowas passieren müße.
      • Jens vor 4 Monaten
        Was ist das denn für ein zusammenhangloser Blödsinn?
      • fritz vor 4 Monaten
        Sicher gibt es die. Aber für solche Fälle gibt es noch die Möglichkeit einer Berufung oder eines Befangenheitsantrages. Und wenn das nicht reicht, kann man es oftmal auch in den höheren Instanzen erneut verhandeln lassen
      • Paul vor 4 Monaten
        Deutschland hat eine äußerst soziale und intakte Rechtsprechung..das würdest du aber erst erkennen, wenn du in einem unserer Nachbarländer mit derselben Tat verurteilt würdest
    • Nobody  •  vor 4 Monaten
      Für diejenigen, die nicht in Bayern leben und mit den hiesigen Gepflogenheiten daher nicht vertraut sind, sei gesagt, wenn die CSU in Bayern ein "Konzept" erarbeitet und umsetzt, dann heißt das soviel wie "wir machen erst mal gar nichts".
      • Michael S vor 4 Monaten
        Ich lebe selbst in Bayern und kann nur sagen, dass ich ganz andere Erfahrungen gemacht habe: Die CSU setzt sich für Problemlösungen ein und reagiert in keiner Weise langsamer als andere Parteien. Würde in Bayern die SPD regieren, wäre es bald vorbei mit der Spitzenposition Bayerns in vielen Bereichen (z.B. Schulwesen).
      • Lupus vor 4 Monaten
        Michael S, Du hast vollkommen recht. Wenn SPD und Grüne ran kommen können, würden mit der Zeit chaotische Verhältnisse in unserem Bayern herrschen. Dies möge uns erspart bleiben !!
      • Tina vor 4 Monaten
        nur in Bayern???????????? von viel reden wird eben noch kein Produkt, in jeden Bundesland das Selbe
    • Yahoo! Benutzer  •  vor 4 Monaten
      Und alles wegen 40000.-€ wollen die Beamtenrichter 1 Jahr Freistrafe einsetzen und den Mist President WULLF gehts um MILLARDEN EURO, wieviele werde er bekommen, oder werde auch genauso wie Köln, 10 Millionen DM,Fall Schröder mit Verträgen,Von Guttenberg mit TITELKOPIE am AMT vor JAHREN ohne Ende vom STAAT kassiert vom SCHWANZ abgerutscht???
      • Herbert vor 4 Monaten
        ...gebe ich Dir Recht. Der kleine Mann wird unerbittlich verfolgt und bestraft usw. Das Politikergesindel aber.....die werden einfach weggelobt, mit fürstlichen Bezügen. Der Staatsanwalt hatte wohl den falschen Beruf. Pech.
      • Jens vor 4 Monaten
        Es war ein Jahr auf Bewährung und bei Wulff geht es nicht um Milliarden. Gehirn versoffen???
      • fritz vor 4 Monaten
        "Die kleinen Diebe hängt man auf, die großen lässt man laufen. Wär umgekehrt der Welten Lauf, würd ich mehr Strick verkaufen."
    • Thobi  •  vor 4 Monaten
      Durch den Psychoterror der von den Behörden und den Ämtern gegen diesen Mann ausgegenagen ist, hatte dieser nichts mehr zu verlieren. Menschenwürde? Behörden und Ämter die Geld von einem Wollen kennen keine "Menschenwürde". Die nehemn dir alles weg, bis sie dich ganz unten am Boden habe. Wenn Du am Boden bist, dann erst bekommst du Hilfe und wirst mit unsummen von Staatsgeldern wieder aufgepäppelt. Aber kaputt bleiben die meisten ein leben lang.
      Kein Sicherheitsystem der Welt kann einen anderen Menschen schützen. Wer schützt uns Bürger vor Behörden und Amter... vor den Sollauftrag die dei Mitarbeiter zu erfüllen haben?
      • Willi vor 4 Monaten
        Ich glaube Du hast recht und würde auch gern die ganze Geschichte kennen. Staatsanwälte und Richter benehmen sich teilweise wie Despoten, bei Ausländern sind sie vorsichtig aber bei einen Normalen deutschen Bürger da schlagen sie zu.
        Also mal alles ans Licht bringen und dann analysieren.
      • Erwin Lindemann vor 3 Monaten
        Ämter und Behörden sind rechtsfreier Raum. Gerichte nicht ausgenommen. Da kommt es auf die Tagesform der Sachbearbeiter an.
    • Hermann  •  vor 4 Monaten
      PS: das war ironisch gemeint...
    • michael  •  vor 4 Monaten
      mein Beileid an die Angehörigen des Staatsanwaltes, aber ich verstehe diesen Mann, der durch unser Rechtssystem in die Enge getrieben wurde, wird noch nicht der Letzte gewesen sein
    • Sohrab  •  vor 4 Monaten
      Ich kann seine Verzweiflung verstehen. Er ist Selbständig und bezahlt so viele Abgaben, dann kommt ein Kassenprüfer und findet das Haar aus der Suppe, und der darf 40.000€ Strafe bezahlen :(( irgendwann sind die "Normal" arbeitende Leute mit den Nerven am Ende. Wenn er Spekulant wäre, dann wäre es kein Problem, aber er hat mit seinen eigenen Händen sein Geld verdient, und darum auch mein Verständnis, aber der Staatsanwalt tut mir irgendwie auch Leid.........
    • anarchist  •  vor 4 Monaten
      und immer geht es um "kohle"...!!!
      zum kotzen, was das kapital anrichtet....
    • larsinla  •  vor 4 Monaten
      er hätte den gerichtssaal als freier mann verlassen können - jetzt werden es bei guter führung eben 7 bis 8 jahre ... wir sind halt in deutschland...
    • anarchist  •  vor 4 Monaten
      ach ja, in dachau sind schon viele ums leben gekommen....
    • horst_p  •  vor 4 Monaten
      Es ist nicht das erste Mal, dass in einer vergleichweisen Routineverhandlung in einem Zivilprozess ein Angeklagter ausrastet. Sollen nun alle Gerichte vergittert werden? Wer zu einer solchen Tatverhandlung bewußt eine Waffe mit sich führt, der plant im Kopf schon eine Tat. Nun wird aus 1 Jahr auf Bewährung, lebenslange Haft und zu Recht. So jemand darf vor 20 Jahren nicht wieder frei kommen.
      Vielleicht wäre eine Visitation des Angeklagten in einem gesichternen Nebenraum eine Möglichkeit, solche Taten völlig auszuschließen.
    • Olivia  •  vor 4 Monaten
      Der "tatverdächtige Transportunternehemer"... Wieso tatverdächtig, den Mord haben doch Menschen miterlebt. Schrecklich ist das!
    • Patriot-Games  •  vor 4 Monaten
      toll, bei uns am amtsgericht gibt/gab es eine sicherheitsschleuse. 1 jahr nachdem man das ding eingebaut hatte, hat man dann das gericht komplett geschlossen (steuerverschwändung). warum wurde es geschlossen, weil ein richter selbst im gerichtsgebäude rumgeballert hat und den hatte natürlich keiner kontrolliert :-)))))))
      sowas bescheuertes !!!
    • Evi  •  vor 4 Monaten
      Wer Sozialbeiträge nicht bezahlt ist sowieso skrupellos. Für so einen ist ein Jahr auf Bewährung nicht angebracht. Es sollten drei Jahre Einsitzen sein, damit der Zeit hat zum Nachdenken. Aber da wird lieber mal der Staatsanwalt erschossen. Wie glaubt man denn geht der mit seinen Angestellten um? Die hatten diesmal wohl Glück?
    • jedewette  •  vor 4 Monaten
      da haben die "nasen" mal gesehen zu was ein mensch fähig ist . diese "nasen" bestrafen einen wegen 40000 euro zu einem jahr .
      die totschläger an den haltestellen , in den bahnhöfen , auf den strassen dürfen straffrei am nächsten tag die aktionen weiter führen .
      ich kann nur feststellen da hat mal einer gezeigt wie man den hammer rausholt . der typ hatte doch nichts mehr zuverlieren , war doch schon platt . wie sollte der denn nochmal hoch kommen . diese drecks assi klopper werden zur therapie z.b.nach brasilien geschickt copacabana 3 monate .
    • Holger  •  vor 4 Monaten
      Der Mann hat durch einen Schlaganfall seine gesamte Existenz verloren und war deshalb nicht mehr in der Lage die Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Dafür sollte er nun auch noch bestraft werden. Die Justiz sollte Ihre Schergen schon besser schützen, wenn Sie schon auf die eintreten sollen, die ohnehin am Ende sind. Ein Herr Wulff kann straffrei betrügen, ein Türke jemanden totschlagen und nicht mal in U-Haft kommen und ein Herr Ackermann geht wegen "Lebensleistung" straffrei aus. Zum Kotzen.
    • Gerhard  •  vor 4 Monaten
      ein altes sagen: der krug geht so lange zum brunnen bis er voll ist ...... vielleicht war er voll im gerichtssaal......
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