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    Trotz sechs Untersuchungen: Ärzte übersehen Schwangerschaft

    Nach einem Verkehrsunfall veränderte sich das Leben von Gemma Cleghorn dramatisch. Die 25-jährige Britin litt fortan unter heftigen Rückenschmerzen, ihr Bauch schwoll an. Sechs Mal suchte die Engländerin deshalb ihren Arzt auf. Doch der erklärte, ihre Beschwerden seien eine traumatische Reaktionen auf den Autounfall – und schickte seine Patientin wieder nach Hause. Als die junge Frau fünf Monate später mit dem Verdacht auf Innere Blutungen ins Krankenhaus kam, zeigte sich der wahre Grund für ihre Beschwerden: Gemma Cleghorn war hochschwanger. Und brachte zwei Stunden später ein gesundes Kind zur Welt.

    Erst zwei Stunden vor der Geburt erfuhr die junge Frau, dass sie schwanger war. (Bild: thinkstock)Gemma Cleghorn aus Sunderland, einer Hafenstadt im Nordosten Englands, war im Januar in einen Verkehrsunfall verwickelt. Beim Versuch, auf die Autobahn zu wechseln wurde die junge Britin von einem anderen Fahrzeug mit knapp 120 km/h gerammt. Sofort brachte man sie ins Krankenhaus, in dem sie erst einen Tag später wieder erwachte. Die 25-Jährige kam zunächst glimpflich davon: Sie erlitt lediglich Prellungen und ein Schleudertrauma.
    In den folgenden Monaten sollte sie jedoch unter heftigen Rückenschmerzen und einem stark angeschwollenen Bauch leiden. Auch ihre Periode blieb aus. Einzig ihre deutliche Gewichtszunahme besorgte die Britin nicht, wie sie zu der britischen Tageszeitung „Daily Mail” sagte: „Mein Gewicht hat immer ein wenig geschwankt und es hat ja auch Sinn gemacht – seit dem Crash habe ich kaum Sport getrieben!“

    Sechs Mal begab sich Gemma Cleghorn daraufhin in ärztliche Behandlung. Jedes Mal wurden ihre heftigen Beschwerden als traumatische Reaktionen auf den Unfall abgetan – und die Patientin nach Hause geschickt. Wie die „Daily Mail“ weiter berichtet, ging die Britin nach einigen Wochen resigniert wieder zur Arbeit, obwohl sich ihr Gesundheitszustand nicht besserte: „Die Prellungen verblassten, aber mein Rücken schmerzte immer noch und ich konnte nicht lange stehen.“

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    Schließlich bat sie ihren behandelnden Arzt um eine Röntgenaufnahme ihres stark angeschwollenen Bauches. Der Mediziner befand jedoch, dass dies nicht notwendig sei und verschrieb der jungen Frau stattdessen Schmerzmittel – und das immer wieder. „Die Tabletten fingen an, mich herunterzuziehen. Ich wollte mich endlich besser fühlen!“ erzählt die 25-Jährige heute. Dass sie durch die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln dem Baby in ihrem Bauch schaden könnte, ahnte sie damals nicht.

    Die Kindergärtnerin hatte gerade eine neue Stelle angetreten, als sie am 23. Mai dieses Jahres bei der Arbeit heftige Magenschmerzen bekam. Die Blutungen, die sie bald bemerkte, waren zunächst ein Grund zur Freude – endlich bekam sie ihre Periode, ihr Zyklus würde sich also normalisieren! Zu Hause angekommen wurden die Krämpfe in ihrem Bauch jedoch immer schlimmer und gegen 3 Uhr nachts machte sich Panik breit. Cleghorn zur „Daily Mail”: „Ich dachte, ich würde sterben, der Schmerz war so schrecklich!” Ihr besorgter Freund rief den Notarzt und erzählte diesem vom Autocrash im Januar. Daraufhin der furchtbare Verdacht: innere Blutungen als Folgeerscheinung des Verkehrsunfalls.

    Die Patientin wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht, wo der Bauch der jungen Frau endlich geröntgt wurde und die Wahrheit ans Licht kam: Cleghorn litt nicht an inneren Blutungen. Sie war schwanger! Bevor das junge Paar diese Neuigkeit verdauen konnte, wurde die werdende Mami aber auch schon in den Kreißsaal gebracht. Und dann ging alles sehr schnell. Zwei Stunden später, um 6.25 Uhr, erblickte ihr kleiner Junge das Licht der Welt.

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    Unmittelbar nach der Geburt waren die angeblichen Nach-Unfallsymptome wie weggezaubert. Zwar hatte Cleghorn schon immer Kinder haben wollen – doch dass es auf diese Art und so plötzlich passieren würde, hätte die Britin nicht erwartet. Nicht nur, dass sie immer wieder beim Arzt gewesen ist – die junge Frau hatte außerdem die ganzen Monate ihrer Schwangerschaft die Pille genommen! „Ich denke, wenn sie mich gründlicher untersucht hätten, wäre dabei herausgekommen, dass ich schwanger bin. Und ich wäre selbst dahintergekommen, wenn sie nicht alles immer wieder auf den Unfall geschoben hätten!” Trotz der starken medikamentösen und hormonellen Behandlung während der unentdeckten Schwangerschaft sind Mutter und Kind wohlauf. Die 25-Jährige hegt daher auch keinen Groll: „Ich bin eine sehr stolze Mami!“

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