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    Ukraine verschiebt Mitteleuropa-Gipfel nach Serie von Absagen

    Inhaftierte Timoschenko frühestens ab Mittwoch im Krankenhaus

    Nach Absagen fast aller Staatschefs aus Protest gegen den Umgang mit der Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat die Ukraine den ursprünglich noch für diese Woche geplanten Mitteleuropa-Gipfel verschoben. Da zahlreiche Staatschefs an dem Treffen am Freitag und Samstag in Jalta nicht teilnehmen könnten, sei eine Verschiebung "sinnvoll", erklärte das Außenamt am Dienstag. Timoschenko verschob ihre Verlegung in eine Klinik auf eigenen Wunsch.

    Ein Dutzend Staatschefs war zu dem Gipfeltreffen auf der Krim eingeladen. Fast alle haben wegen der Inhaftierung der erkrankten Timoschenko und des Umgangs der Behörden mit der Ex-Regierungschefin ihr Kommen inzwischen aber abgesagt, darunter auch Bundespräsident Joachim Gauck. Zuletzt hatte am Montag der Präsident von Montenegro, Filip Vujanovic, abgesagt und damit die Liste der nichtkommenden Staatschefs noch länger werden lassen.

    Ein neuer Termin für den Gipfel steht noch nicht fest. In der Erklärung des ukrainischen Außenministeriums hieß es lediglich, dass das Treffen auf "später" verschoben sei. Wegen des Umgangs der Behörden mit Timoschenko wird seit geraumer Zeit über einen politischen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in der Ukraine debattiert, die das Land ab dem 8. Juni gemeinsam mit Polen ausrichtet.

    Timoschenko verbüßt derzeit in Charkiw eine vom Westen als politisch motiviert eingestufte Haftstrafe von sieben Jahren wegen angeblichen Amtsmissbrauchs. Die unter einem Bandscheibenvorfall leidende Ex-Regierungschefin protestiert seit dem 20. April mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen. Wegen ihrer starken Rückenschmerzen soll sie in ein Krankenhaus verlegt werden. Dies verzögert sich jedoch bis frühestens Mittwoch.

    Timoschenko habe ihre Verlegung um mindestens einen Tag verschoben, um nochmals mit ihrem Anwalt über diesen Schritt zu beraten, teilten die Gefängnisbehörden mit. Den Angaben zufolge sprach Timoschenko am Dienstag mit einem deutschen Arzt darüber, ob sie in der von den Behörden vorgeschlagenen Klinik richtig behandelt werden könne. Sie hatte vergangene Woche einer Verlegung unter der Bedingung zugestimmt, dass ein deutscher Arzt ihre Behandlung überwacht.

    Laut "Focus" bot die ukrainische Regierung inzwischen sogar an, dass Timoschenko rund um die Uhr von deutschen Ärzten in einem ukrainischen Krankenhaus ihrer Wahl betreut werden könne. "Wenn die Deutschen bereit sind, sie unter ärztliche Beobachtung zu stellen, hat niemand etwas dagegen", sagte Ministerpräsident Nikolai Asarow dem Nachrichtenmagazin.

    Nach Angaben der "Super-Illu" hält sich derzeit der Neurologe Lutz Harms von der Berliner Charité am Eisenbahner-Krankenhaus in Charkiw auf, um die Behandlungsmöglichkeiten zu begutachten. Nach einem Gespräch mit dortigen Ärzten sagte er der Zeitschrift, er könne noch nicht beurteilen, ob eine Behandlung Timoschenkos in der Ukraine möglich sei - oder nur in Deutschland.

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