In der Debatte um den sogenannten Biosprit E10 hat das Bundesumweltministerium Forderungen nach Änderungen an der Biokrafstoff-Strategie zurückgewiesen. "Die Bundesregierung hält an E10 fest", sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium, Katherina Reiche (CDU), der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch. E10 sei ein Beitrag, die Vorgaben der Europäischen Union für Klimaschutz im Verkehrssektor zu erfüllen, fügte sie hinzu. Zuvor hatte FDP-Fraktionsvize Patrick Döring das bisherige Vorgehen im Zusammenhang mit dem Kraftstoff E10 für gescheitert erklärt.
Reiche kritisierte zudem die Mineralölkonzerne. Deren Ankündigung, auf möglicherweise drohende EU-Strafzahlungen wegen eines zu geringen E10-Absatzes mit Preiserhöhungen zu reagieren, sei "unseriös und ohne sachliche Grundlage". "E10 darf nicht als Feigenblatt für lange geplante Preiserhöhungsschritte genutzt werden", sagte Reiche der Zeitung. Deutschland habe in den vergangenen Jahren seine Biokraftstoffquote erfüllt.
Der neue Sprit E10 enthält zehn Prozent Bioethanol - doppelt soviel wie herkömmliches Superbenzin. Die Mineralölkonzerne wollten ihn eigentlich dazu nutzen, um eine gesetzlich vorgeschriebene Absatzquote für Biokraftstoff zu erfüllen. Nun fürchten sie wegen der geringen Nachfrage nach E10 Strafzahlungen. Dem Mineralölwirtschaftsverband (MWV) zufolge werden angenommene Strafzahlungen praktisch schon jetzt auf den Benzinpreis umgelegt.


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