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    Erneute Gewalttaten bei "Pro NRW"-Demo verhindert

    Polizei nimmt zehn Salafisten in Köln fest

    Drei Tage nach den Krawallen beim Aufeinandertreffen von Rechtsextremen und Salafisten in Bonn ist eine weitere antiislamische Demonstration der rechten Gruppierung "Pro NRW" in Köln weitgehend friedlich verlaufen. Laut Polizei wurden zehn bewaffnete und zum Teil auch vermummte Salafisten festgenommen. Unions-Innenminister forderten derweil ein schärferes Vorgehen gegen die radikalen Islamisten.

    An der Demonstration unweit der im Bau befindlichen Zentralmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld beteiligten sich etwa 30 Sympathisanten von "Pro NRW". Gegen die Kundgebung demonstrierten wenige hundert Meter entfernt mehr als 200 Unterstützer eines Bündnisses gegen Rechts. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um zuvor befürchtete Ausschreitungen radikalislamischer Salafisten zu verhindern. Bei einigen der festgenommenen Salafisten beschlagnahmten Polizisten unter anderem Messer, Eisenstangen und Tierabwehrspray.

    Wie zuvor in Bonn zeigten die "Pro NRW"-Demonstranten erneut die umstrittenen Mohammed-Zeichnungen - dies hatte in Bonn zu einem Angriff von Salafisten auf die Polizei geführt, bei dem 29 Beamte verletzt wurden, zwei von ihnen schwer. In Köln blieben Gewalttaten dagegen aus. Vor der Moschee-Baustelle hatten die Sicherheitskräfte vorsichtshalber einen Wasserwerfer aufgefahren, der jedoch nicht eingesetzt werden musste.

    Das NRW-Innenministerium hatte im Vorfeld der "Pro NRW"-Demonstration von "ganz konkreten Hinweisen auf Gewalttaten" gesprochen. Die Sicherheitsbehörden hätten konkrete Anhaltspunkte, dass gewaltbereite Salafisten erneut bundesweit gegen die Aktion der Rechtsextremen mobilisierten. Rund 100 Salafisten, die an den Gewalttaten in Bonn beteiligt waren, durften das Kölner Stadtgebiets nicht betreten.

    In der politischen Debatte über den Umgang mit Salafisten plädierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dafür, die salafistische Szene noch stärker zu beobachten. "Und wir müssen noch konsequenter vorgehen, wo zum Hass und zur Gewaltbereitschaft aufgerufen wird", sagte Herrmann dem Online-Portal Bild.de. Gegen den Salafismus müsse "mit allen rechtsstaatlichen Mitteln" vorgegangen werden.

    Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) forderte einen "Schulterschluss friedliebender Muslime mit ihren Verbänden", um sich "gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Kräften einer weiteren Radikalisierung entgegenzustellen". Zu Bild.de sagte er weiter: "Die Gewaltausbrüche der Salafisten in Bonn haben einmal mehr gezeigt, was sich hinter der Maske vermeintlicher Religiosität verbirgt: nichts als nackte Gewalt."

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