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    Unmoralischer Trick: Angeklagter adoptiert Freundin, um Finanzen zu sichern

    Im März steht ein amerikanischer Multi-Millionär vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, unter Alkoholeinfluss Auto gefahren zu sein, dabei einen jungen Mann getötet zu haben und anschließend Fahrerflucht begangen zu haben. John Goodman drohen 30 Jahre Haft und der Verlust seines kompletten Vermögens. Damit will er sich offenbar nicht zufriedengeben. Um seine finanziellen Schäfchen ins Trockene zu bringen, adoptierte der 48-Jährige seine Freundin. So erhält er Zugriff auf einen geschützten Fonds. Nicht nur die Angehörigen des Unfallopfers sind empört – der "Schachzug" löste eine öffentliche Debatte aus.

    Der Multi-Millionär John Goodmann (Bild: WENN)Im Jahr 2010 überfuhr der Multi-Millionär John Goodman, so die Anklage, angetrunken ein Stoppschild und rammte den Wagen des 23-jährigen Scott Wilson. Wilsons Auto wurde daraufhin in einen Wassergraben geschleudert, der junge Mann ertrank. Goodman wird vorgeworfen, Fahrerflucht begangen zu haben. Der 48-jährige Industriellen-Erbe muss sich deshalb im  März wegen Totschlags, Fahren unter Alkoholeinfluss und Fahrerflucht vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu 30 Jahre Haft - und sein finanzieller Ruin.

    Doch der Geschäftsmann wandte einige Tricks an, um sein Vermögen vor den Schadenersatzforderungen von der Familie des Opfers zu bewahren. Zuerst richtete er für seine Kinder einen Fonds ein, auf den nicht zugegriffen werden darf – auch nicht von seinen Kindern, bis sie 35 Jahre alt sind. Der wahre Clou jedoch ist folgender: Goodman adoptierte im Oktober 2011 seine Freundin Heather Hutchins, mit der er seit 2009 zusammen ist. Denn dadurch wird der 42-Jährigen der Zugriff auf den Fonds ermöglicht – und so indirekt auch ihm. Die ungewöhnliche „Sparmaßnahme“ löste nun eine öffentliche Debatte in den US-Medien aus.

    „Meine Reaktion war: Das ist sowohl schrecklich als auch brillant“, sagte Charlotte Danciu, Anwältin für Adoptionsrecht, gegenüber dem Nachrichtenportal „CBS12.com“. Dass Goodman seine Freundin adoptiert und sie so zur Teilhaberin des Fonds gemacht hat, wirkt auf die Juristin wie „der Versuch, sich einen Teil des Geldes heraus zu holen, damit er und seine Freundin ihren Lebensstils beibehalten können“.

    Nachdem Danciu und mehrere weitere Rechtsexperten Goodmans Vorgehensweise angeprangert hatten, meldete sich der Anwalt des 48-Jährigen in einem Statement zu Wort. „An diesem Arrangement mit Miss Hutchins ist nichts Illegales. Alles, was Mr. Goodman getan hat, geschah mit dem Ziel, die Vermögensnachfolge zu regeln, sowohl seine, als auch ihre minderjährigen Kinder zu schützen und die Vermögenswerte der gesamten Familie zu festigen.“ Zudem habe die Adoption völlig unabhängig von der bevorstehenden Gerichtsverhandlung stattgefunden.

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    So unmoralisch Hutchins Adoption auch erscheinen mag – rechtswidrig ist sie nicht. Danciu äußerte zwar gegenüber „CBS12.com“, dass man den Sinn des Gesetzes missachte, wenn man keine „Eltern-Kind-Beziehung“ anstrebe, aber Kollegin Jeanne T. Tate stellte gegenüber der britischen „Daily Mail“ klar: „Es ist an sich nicht illegal, die Freundin zu adoptieren“.  Und auch, was den Geschlechtsverkehr zwischen Adoptivvater und -tochter angehe, hab Goodman nichts zu befürchten, wie der Rechtsanwalt Wayne Richter gegenüber „Daily Mail“ erklärte. In Florida gebe es kein Gesetz, das dies verbiete – solange keine nähere Blutsverwandtschaft bestehe, wie dies zwischen Tanten, Onkeln, Neffen oder Nichten der Fall ist.

    Mit welchen Konsequenzen Goodman letzten Endes rechnen muss, bleibt abzuwarten – die Gerichtsverhandlung beginnt am 7. März. Fest steht schon jetzt: Goodman erinnert stark an seinen Namensvetter Saul Goodman aus der amerikanischen TV-Serie „Breaking Bad“ – ein Rechtsverdreher, wie er im Buche steht.

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    82 Kommentare

    • Yahoo! Benutzer  •  vor 3 Monaten
      aber trotzdem oben steht ihm drohen bis zu 30 jahre haft das is keine kurze zeit
      • H vor 3 Monaten
        "Bis zu", ja, oft ist es so, aber wie viel bekommt er tatsächlich? Deutlich mehr als 5 Jahre wäre eine Überraschung.
      • Marion vor 3 Monaten
        @H: in Amerika doch nicht
      • halodri vor 3 Monaten
        ...aber doch nicht mit DIESEM Nachnamen! Das sind lediglich Schlagzeilen und sorgen für deren Publicity
    • Fgsdfgs Frdgsydfrg  •  vor 3 Monaten
      wtf :D der anwalt von ihm hat einen Orden verdient! Wer kommt denn auf sowas xD
      • Erwin Lindemann vor 3 Monaten
        Der Anwalt ist ein Zocker. Kann aber noch verlieren!
      • Hoppigaloppi vor 3 Monaten
        @Erwin Lindemann: ....der Anwalt hat doch schon gewonnen. Der macht keinen Handschlag ohne vorher zu kassieren!!
      • halodri vor 3 Monaten
        mit dem richtigen "Nachnamen" klappt das schon.....!
    • nachtfalke  •  vor 3 Monaten
      da wird sie sich aber gefreut haben über das unmoralische Angebot
    • expat  •  vor 3 Monaten
      Da alles nur unter dem Blickwinkel der Trunkenheit/Folgen einzuordnen ist, duerfte der Typ erfolglos sein. Ein ekelhaft langes Gezerre ist es trotzdem, weil verschiedene Rechtbereiche tangiert sind.
    • Milka  •  vor 3 Monaten
      facepalm
    • expat  •  vor 3 Monaten
      @Oerx, was ein MURX von dir!
      Hoffentlich verschonst du das internet, falls dich ein Auto in den Tresor einer Bank scheudert, du aber feststellst, hier war schon jemand vor dir, alles ist leer.
    • Katharina  •  vor 3 Monaten
      Geld ist nicht alles, er wird nicht glücklich!
      • Bere vor 3 Monaten
        Mit Geld lebt es sich auch im Knast gut.
      • H vor 3 Monaten
        Geld ist nicht die Nummer 1, aber wenn man kein Geld hat, muß man ständig an Geld denken.
    • Förster  •  vor 3 Monaten
      Schlawiner, das geht in Deutschland auch. Und in manchen Fällen kann es sinnvoll sein, etwa wenn es um Bauernhöfe etc.geht, die ansonsten für den fiskus zerschlagen würden.
    • Nobody  •  vor 3 Monaten
      Manchmal ist ein unmoralisches Verhalten nur die Auswirkung eines unmoralischen Rechtssystems.
      • Erwin Lindemann vor 3 Monaten
        Moralinsaure Nobodies sind auch nicht das Gelbe vom Ei.
      • Alex vor 3 Monaten
        Der gefällt mir ...
    • A  •  vor 3 Monaten
      So. Er soll saftig bestraft werden und die Familie des anderen angemessen entschädigt - Punkt. Wer jedoch mit 30 Jahren Knast plus dem Bankrott rechnen muß und die Möglichkeiten hat, zu intervenieren, wird es auch tun - angemessen bestraft wird er doch sowieso werden!
    • thorไป  •  vor 3 Monaten
      Nun gut! Das ist eine schlimme Sache mit Alkohol,Unfallflucht und dem Tod des Opfers...aber dafuer drohen einem 30Jahre?? Und die perfiden Opfer Anwaelte teilen sich das Vemoegen des Verursachers(Schadensersatz!) mit den Hinterbliebenen.....das ist Gerechtikeit nach US Moral !!
    • Gert  •  vor 3 Monaten
      solche drakonischen strafen, in deutschland undenkbar, rechtfertigen seine bemühungen.
      • Erwin Lindemann vor 3 Monaten
        In Deutschland unmöglich? Leider ja! - Ansonsten sollte jeder nach seinen Möglichkeiten für das Opfer einstehen müssen. Ohne Jonglage.
      • K. vor 3 Monaten
        Wenn es dann um deine Kinder dann handeln würde Gert - wird solch egoistisches Denken sicherlich sich ganz schnell verlieren.

        Tatsache: Goodman war betrunken - und ist dennoch Auto gefahren.
        Dabei hat er einen jungen Menschen getötet.
        Wenn so etwas seinen Kindern passiert - .... nun ja .. wird er sicherlich eine andere Denkensweise haben.
      • Adeline vor 3 Monaten
        Und was hast du von deinem Geld, wenn dein Kind nicht mehr lebt? Kaufst du Blumen für´s Grab??
    • Carlo  •  vor 3 Monaten
      Selbst wenn er es war und auch wenn bei allem Elend ein Mensch durch ihn sterben musste, finde ich dass das Strafmaß unverhältnismäßig ist. Es dürfte nicht genug Geld geben, um ein Menschenleben aufzuwerten, doch muss man es auch im Verhältnis sehen, was andere für ihre Vergehen für Strafen erhalten. Man kann ihm sicher Leichtfertigkeit und Trunkenheit am Steuer vorwerfen, auf keinen Fall Absicht. Die Fahrerflucht war mit Sicherheit im Affekt oder Schock ausgeführt. Aber ich denke, es gibt schlimme Verbrecher, bewusste Mörder und Totschläger und die kommen meist besser weg. Ich finde das Urteil überzogen.
    • Robert  •  vor 3 Monaten
      Ein seltsames Rechtssystem haben die Amis, in dem der Staat einen Menschen nicht nur gerechtfertigt wegsperren sondern ihn (und damit auch seine unbeteiligten Angehörigen) obendrein auch noch finanziell ruinieren darf. Von der Todesstrafe, die in diesem Fall zwar nicht zur Debatte steht, mal ganz zu schweigen! Ich jedenfalls bin froh, nicht in diesem Land leben zu müssen.
    • Mupfi  •  vor 3 Monaten
      Es tut mir leid, aber ich finde es absolut NICHT unmoralisch, seine Kinder abzusichern. ER selbst wird nicht so viel von seinem Vermögen haben, es ging ihm in erster Linie um seine Kinder. Warum diese mit bestrafen? Haben sie den Unfall verschuldet oder er? Sie werden doch sowieso mit bestraft - jeder weiß, wer ihr Vater ist und einige werden ihre Wut und Missbilligung auf die Kinder übertragen. Er hat seine Familie leider mit ins Unglück gestürzt und betreibt doch nur Schadenbegrenzung. Wer das ungehörig und eine Frechheit findet, der scheint mir einzig nur neidisch auf das Geld. Nochmals: ER wird davon nicht mehr so viel haben. Man nimmt ihm seine Freiheit, seinen Luxus, sein ganzes Leben - damit sollte doch dem Gerechtigkeits- und Vergeltungssinn genüge getan sein (ungeachtet der Umstände, auf die ich nicht weiter eingehen möchte, da ich ihn sicher nicht verteidigen will, zumal wir alle die Fakten nicht kennen). Was er getan hat, ist, seine Angehörigen in letzter Minute noch zu schützen und abzusichern. Und hättet Ihr alle Vermögen UND Familie, die Ihr liebt - Ihr hättet alle das Gleiche getan, wäre es Euch eingefallen. ICH hätte das ebenfalls so gemacht!!!
    • Helmut -1  •  vor 3 Monaten
      Die Überschrit ist amüsant: "Unmoralischer Trick".
      Na und, was hat man denn da anderes zu erwarten? Wenn einer einen Unfall verursacht und dann abhaut, - auch wenn es unter Alkoholeinfluß war - war DAS moralisch?
      Also, - es ist nur eine Folge der vorangegangenen Abläufe.
      Und noch was - seien wir ehrlich:
      Wer von uns würde sich, wenn er sowas auf dem Kerbholz hätte, dann das Büßerhemd anziehen auf sein gesamtes Vermögen verzichten, dadurch noch seine Familie "mitbestrafen" etc .etc. - Faptisch hätte er dann ja gar kein Geld mehr, um den Anwalt zu bezahlen, damit er in die Berufung gehen könnte.
      Was - trotz allem Verschulden des Verursachers - nicht zusammenpaßt, - ist die komische Rechtssprechung in den USA bei den darauffolgenden Schadensersatzklagen. Derjenige, der einen A. voll Geld hat, bezahlt ganz andere Summen für einen verschuldeten Unglücksfall als einer, der nichts auf dem Konto hat. Das nenne ich - mit zweierlei Maß messen.
      Natürlich muß der Kerl bestraft werden. Aber unabhängig von seinem Vermögen.
    • Moritz  •  vor 3 Monaten
      Danny Crane...
    • DerSchlawiner  •  vor 3 Monaten
      Wer hätte denn nicht versucht sein Geld zu behalten? Aber was für ein Haufen Kuhmist ist denn das amerikanische Gesetz, wenn man eine 42(!) Jahre alte Frau, also eindeutig eine Erwachsene, adoptieren kann? Da kann man sich ja eigentlich auch nur wundern
    • axel  •  vor 3 Monaten
      nur so nebenbei ,nur weil er reich ist heißt das nicht das er auch SCHULDIG ist oder? im bericht steht das die anklage ihm das alles VORWIRFT nicht das es auch wirklich so war oder? ist man etwa schon schuldig nur weil man reich ist?
      was wäre den wenn er unschuldig wäre? ist es dann unmoralisch ,sich für den fall eines fehlurteils ;abzusichern?eventuell geht er wegen eines FEHLURTEILS 30 jahre ins gefängniss und sein vermögen wird der familie des "opfers" gegeben ....hätte er dann noch genug geld das verfahren nochmal aufzurollen?

      und für den fall WÄRE er schuldig....macht keine strafe der welt das opfer wieder lebendig und 30 jahre knast sollten doch als "wiedergutmachung " (ich weiß scheiß wort) ausreichen
    • Nora  •  vor 3 Monaten
      Natürlich ist es nicht gut ! aber,,, nenne mich einer unter euch der nicht auch seine Schäfchen auf eine trockene weide bringen würde. Ich habe übrigens ein kleines einkommen.
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