Die US-Regierung hat die Ausreise des blinden Bürgerrechtlers Chen Guangcheng aus China bestätigt. Er sei mit seiner Frau und seinen beiden Kindern auf dem Weg in die Vereinigten Staaten, teilte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, am Samstag mit. Dort werde er an einer Universität studieren. Die USA und China hatten sich im April ein tagelanges Tauziehen um die Ausreise Chens geliefert, der vorübergehend in die US-Botschaft in Peking geflohen war.
Chen hatte am Samstag vor dem Abflug bestätigt, er befinde sich mit seiner Familie am internationalen Flughafen in Peking und hoffe auf seine Ausreise. Der Bürgerrechtler hatte durch seinen Einsatz für die Opfer von Zwangssterilisierungen und Landenteignungen den Zorn der Behörden auf sich gezogen. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis im September 2010 stellten ihn die örtlichen Behörden in der östlichen Provinz Shandong unter Hausarrest. Am 22. April floh er jedoch mit Hilfe von Unterstützern aus dem Hausarrest und fand vorübergehend Zuflucht in der US-Botschaft in Peking.

